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Antje Wilken | am

Follower, Fotos und harte Fakten

Maren Osterbuhr und Amos Venema zeigen Gesicht für ihren Beruf. Auf Instagram und Youtube geben sie Einblick in ihren Alltag auf dem Hof und erklären Branchenfremden, wie das Leben als Landwirt aussieht.

Am Anfang hat es Mut gebraucht, das sagen beide: Amos Venema, der als "Amos aus Ostfriesland" für My KuhTube Videos dreht, und Maren Osterbuhr, die unter dem Namen "Maren.opunkt" im Sozialen Netzwerk Instagram aktiv ist. Doch Menschen, denen die Landwirtschaft fern ist, ihre Arbeit näherzubringen, ist ihnen wichtig.

Missverständnisse beseitigen

Seit gut einem Jahr erzählt Maren Osterbuhr auf Instagram, was sie als Landwirtin bewegt – und betreibt damit quasi Öffentlichkeitsarbeit für ihren Beruf. "Viele haben richtig Lust, hinter die Türen eines landwirtschaftlichen Betriebes zu gucken", hat die Betriebsleiterin aus Strackholt im Landkreis Aurich festgestellt. Dass sie mit ihren Tieren auf Tuchfühlung geht, mit Kühen und Schwein Rosalie kuschelt, kommt dabei gut an. "Viele Verbraucher glauben, dass wir Landwirte alle riesige Betriebe führen und nur auf Profit aus sind. Ich will zeigen, dass das nicht so ist", sagt sie. 

"Viele haben keinerlei Berührungspunkte mit der Landwirtschaft." Umso wichtiger ist es ihr, aufzuklären. "Manche Leute denken bei Landwirten sofort an Tierschänder und Umweltverschmutzer, wissen aber nicht, wie viel Arbeit es ist, einen Liter Milch zu produzieren. Mein Berufsstand wird teils extrem in den Dreck gezogen, das erschreckt mich." 

Transparenz klärt auf

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Ihr Gegenmittel: Transparenz. Fast täglich postet sie Stories, also kleine Videos. Zwischendurch beantwortet sie Fragen ihrer Follower – von Fütterung, Medikamenteneinsatz und Düngung bis hin zu der Frage, ob sie einen Freund hat. 

Maren Osterbuhr hat bisher kaum negative Rückmeldungen erhalten. "Viele Follower schreiben, dass sie sich auf meine Posts freuen." Der "Star" ist ganz klar Rosalie: Das inzwischen etwa anderthalb Jahre alte Schwein ist Osterbuhrs als Ferkel zugelaufen, nachdem es dem Erzeugerbetrieb beim Verladen ausgerissen war. 

In ihren Texten denkt die Vegetarierin Maren Osterbuhr über den Strukturwandel in der Landwirtschaft nach und darüber, wie Tierschutzprobleme ins Ausland verlagert werden, wenn kleine Schweinebauern aufhören und es kaum mehr ländliche Schlachthöfe gibt. Damit setzt sie bei ihren Followern Diskussionen in Gang über Zusammenhänge, die vielen so vorher nicht klar waren.

My KuhTube - Neues aus dem Stall

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Neues aus dem Kuhstall und seine Gedanken zur Landwirtschaft teilt Amos Venema seit 2013 bei My KuhTube – er hat das Projekt der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. damals mit ins Leben gerufen. Jeden Dienstag und Donnerstag veröffentlicht einer von 18 teilnehmenden Milchbauern dabei ein Video von der täglichen Arbeit oder über Themen, die auf den Nägeln brennen.

In einem seiner Kurzfilme geht Venema beispielsweise der Frage nach, was Kühe glücklicher macht: Stall oder Weide. In einem anderen beschäftigt sich der Milchbauer mit der "Macht der Bild-Manipulation", wenn er nämlich ein Video von Kühen im Stall statt farbig in Schwarz-weiß zeigt und es mit dramatischer Musik unterlegt: Schon wird eine völlig andere Wirkung erzielt.

Der 51-Jährige kommentiert für LAND & FORST und agrarheute sowie für Magazine, Fernseh- und Radiosender, wenn Experten aus der Landwirtschaft gefragt sind. "So verschaffe ich unserem Berufsstand Öffentlichkeit und Gehör. Die Medien suchen sich Themen und Ansprechpartner über das Internet, da läuft alles über die Person und Emotionen", weiß Venema und räumt ein: "Als Landwirte haben wir diese Art der Selbstdarstellung lange komplett vernachlässigt."

Manchmal kommen auch Leute auf den Hof, die mal bei "Amos aus Ostfriesland" gucken wollen. Venema sieht das entspannt: "Alle Aktivitäten im Netz ersetzen nicht das direkte Gespräch von Mensch zu Mensch", so seine Meinung.

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