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Heidrun Mitze | am

Arbeitssicherheit: Vorsicht beim Fällen kranker Buchen

Auch in Niedersachsen leiden viele Buchen unter der Vitalitätsschwäche. Bei nötigen Fällarbeiten ist besondere Vorsicht geboten.

Die Buchen-Vitalitätsschwäche verläuft derzeit auch in Niedersachsen besonders rasant. Derzeit müssen viele kranke oder absterbende Buchen eingeschlagen werden.

Das Holz der von dieser Buchen-Komplexerkrankung betroffenen Bäume wird schnell entwertet, Äste brechen und die Bäume sterben in kürzester Zeit ab. Deshalb sind aber auch die Fällarbeiten besonders gefährlich. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) weist darauf hin, dass höchste Vorsicht geboten ist.

Gefahr durch absterbende Äste

Beim Einschlag im belaubten und auch teilbelaubten Zustand lassen sich Risikofaktoren nicht verlässlich beurteilen. Das sind zum Beispiel

  • verborgene Totholzäste,
  • ein Kontakt zu Nachbarbäumen,
  • das hohe Kronengewicht und
  • die Windwirkung in der Krone.

Hinzu kommen in diesem Jahr absterbende, bereits vollständig entlaubte Buchen oder Buchen mit einer schütteren Belaubung. Oft sind Stammfäulen bis in den Kronenraum festzustellen. Die absterbenden Äste können dann unvermittelt herabstürzen.

Sicherheitsfälltechnik mit unterschnittenem Sicherheitsband

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Der Einsatz eines Holzvollernters (Harvester) wäre grundsätzlich die sicherste Lösung, um die kranken Bäume zu fällen. In den betroffenen Wäldern ist dies aber häufig nicht möglich. Oft kommt nur eine motormanuelle Fällung in Frage.

Wichtig ist dann der Einsatz einer Sicherheitsfälltechnik. Die befallenen Bäume müssen erschütterungsfrei eingeschlagen werden. Das ist nötig, weil sich der Zerfallszustand der Krone und die Fäule im Stamminneren und in der Krone nicht einschätzen lassen.

Das anzuwendende und bundesweit bewährte Verfahren fußt auf der Sicherheitsfälltechnik mit unterschnittenem Sicherheitsband. Dabei muss ein zusätzliches Stützband ausgeformt werden, das erst zum Schluss unterschnitten und damit durchtrennt wird.

Forstseilwinde konsequent einsetzen

Zur Fällung wird konsequent eine Forstseilwinde eingesetzt. Das Seil wird bei diesem Verfahren vom Boden aus eingebracht. Wer dagegen mit herkömmlichen Schlagkeilen arbeitet, riskiert, von Ästen und abbrechenden Baumteilen getroffen und dabei schwer verletzt zu werden.

Die bereits am Markt erhältlichen ferngesteuerten Fällkeile scheinen zudem eine Alternative zu den herkömmlichen Schlagkeilen und den mechanischen oder hydraulischen Fällkeilen zu sein. Die Praxiserfahrungen mit diesen Lösungen sind jedoch noch abzuwarten.

Mehr zum Suchbegriff „Sicherheitsfälltechnik“ finden Sie auf der Internetseite der SVLG...

Mehr zum Buchensterben lesen Sie im Thema der Woche in der LAND & Forst 35/19.

Mit Material von SVLFG

Thema der Woche

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