Aufforstungsfläche mit Wildschutzhüllen
Heidrun Mitze | am

Baumartenwahl gründlich planen

Für Pflanzungen in Niedersachsens Wäldern brauchen Waldbesitzer dürreresistente Baumarten. Doch das Pflanzgut ist noch rar.

In Niedersachsens Wäldern stehen viele Pflanzungen an. Die Nachfrage nach dürreresistenten Baumarten steigt, doch nicht alle sind ad hoc verfügbar.

Das Wichtigste zu diesem Thema vorweg: Wer heute die weise Entscheidung trifft, mit Mischkulturen aufzuforsten oder seine Reinbestände zu unterbauen, kann den guten Vorsatz unter Umständen nicht sofort in die Tat umsetzen. Der Grund: Die Pflanzenproduktion in den Baumschulen ist noch nicht an die sich verändernde Nachfrage angepasst.

Werden die Produzenten nicht frühzeitig über diesen Bedarf informiert, müssen Waldbesitzer den Vorlauf von ein bis zwei Jahren einkalkulieren, den es für die Anzucht der Pflanzen braucht. Ein weiteres entscheidendes Kriterium für das Pflanzenangebot ist die Saatguternte der Vorjahre. Und die war nicht in jedem Fall gut.

Einen Überblick über die Anbaueignung der Baumarten in Bezug auf den Klimawandel finden Sie in einer Broschüre der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt.

Die Broschüre mit dem Titel „Klimaangepasste Baumartenwahl in den Niedersächsischen Landesforsten“ finden Sie hier...

Wir haben die aktuelle Pflanzgut-Verfügbarkeit für Sie zusammengefasst. Grundlage sind die Angaben der Forstsaatgutberatungsstelle in Oerrel:

So gut sind Laubbaumarten in den Baumschulen zu haben

  • Eichen: gut verfügbar aufgrund guter Eichenmast 2018
  • Rotbuche: Herkünfte und Pflanzenzahlen begrenzt aufgrund eher mäßiger Saatguternten
  • Anspruchsvolle Laubbaumarten wie Rüster, Sommerlinde, Elsbeere und Wildobst: Pflanzgut verfügbar, aber: das Angebot kann nur verzögert auf steigende Nachfrage reagieren; ausreichend Saatgut muss zur Verfügung stehen
  • Edellaubbaumarten wie Bergahorn, Wildkirsche und Winterlinde: Pflanzgut verfügbar, aber gleiche Anpassungsproblematik von Angebot und Nachfrage wie bei den anspruchsvollen Laubbaumarten
  • Weichlaubbäume wie Roterle, Birke und Vogelbeere: sehr gute Herkünfte bei Roterle und Birke; Produktion ist ebenfalls noch nicht an vermutlichen Bedarf angepasst.
  • Schwarznuss, Esskastanie, Baumhasel, Flaumeiche, Robinie: Pflanzenverfügbarkeit gering, eine erhöhte Nachfrage wird das Angebot vergrößern; auf Herkunft des Vermehrungsgutes achten. Wegen ihrer guten Trockenstresstoleranz sind diese Baumarten im Fokus der Diskussion um die Anpassung an den Klimawandel (siehe Tabelle unten).

So gut sind Nadelbaumarten in der Baumschule zu haben

  • Fichte: Verfügbarkeit gegeben
  • Tannen: Weißtanne und Küstentanne verfügbar
  • Douglasie: Pflanzenverfügbarkeit ausreichend; auch Containerpflanzen im Angebot
  • Kiefer: Baumschulangebot: vitale, leistungsstarke Herkünfte aus Samenplantagen
  • Lärche: vermutlich stark erhöhter Bedarf, der kaum gedeckt werden kann, da Lärchensaatgut in letzten Jahren knapp war
  • Schwarzkiefer, Hemlocktanne: Pflanzenverfügbarkeit gering, Erhöhung der Nachfrage wird das Angebot erhöhen; auf Herkunft des Vermehrungsgutes achten. Auch diese Baumarten sind recht trockenstresstolerant (nähere Angaben zur geeigneten Herkünften siehe Tabelle unten).

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 41/19.

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Stresstolerante Baumarten und Herkünfte
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