Maschine bei der Holzernte
Christel Grommel | am

Baumfällungen in der EU haben zugenommen

Einer Studie zufolge hat sich der Holzeinschlag in den Ländern der EU drastisch erhöht. Von 2016 bis 2018 lag die Holzentnahme um 49 Prozent höher als im Zeitraum 2011 bis 2015.

Festgestellt wurde dies von Wissenschaftlern der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission im italienischen Ispra, die Satellitenaufnahmen auswerteten. 

"Wenn die Waldernte in einem solchen Umfang weiter anhält, könnte die EU-Vision einer waldbasierten Klimaschutzminderung nach 2020 beeinträchtigt werden", befürchten die Forscher. Derzeit seien etwa 38 Prozent der Landfläche in der EU mit Wald bedeckt. Die Bäume nähmen etwa zehn Prozent des in der EU ausgestoßenen Kohlendioxids auf. Halte der festgestellte Trend an, dann könnten die Wälder weniger CO2-Emissionen kompensieren.

Für den Anstieg der Rodungen um fast 50 Prozent machen die Forscher zum einen die Alterung der europäischen Wälder verantwortlich. Diese mache das Entnehmen einer größeren Anzahl von "reifen" Bäumen notwendig. Dieser Grund könne aber höchstens zehn Prozent des beobachteten Anstiegs erklären. Sie vermuten als Hauptgrund eine gestiegene Nachfrage nach Holz. Dies werde auch von den statistischen Organisationen der Vereinten Nationen und der EU, Faostat und Eurostat, bestätigt.

"Dieser bemerkenswerte Anstieg der Abholzungsfläche ist besonders in Ländern mit relevanten forstwirtschaftlichen Aktivitäten (z. B. Bioenergiesektor, Papierindustrie), zu verzeichnen", schreiben die Studienautoren. Rodungen in Schweden und Finnland machten mehr als 50 Prozent des Anstiegs aus. Auf Polen, Spanien, Frankreich, Lettland, Portugal und Estland entfielen zusammen rund 30 Prozent.

In Deutschland ließ sich dieser Trend nicht feststellen: Hier haben die Waldflächen sogar zugenommen. Von 2016 bis 2018 waren es im Vergleich zum Zeitraum 2004 bis 2015 sieben Prozent mehr Waldfläche. Nur in Belgien und den Niederlanden waren es mehr (18 und neun Prozent). 

Landtag fordert Rettung für den Wald

Die Waldfläche in Deutschland hat zwar zugenommen, in einigen Regionen gibt es jedoch große Waldschäden. Die Trockenheit, der Klimawandel und der Borkenkäfer setzen den Wäldern seit einigen Jahren stark zu.

So auch in Niedersachsen - angesichts der massiven Schäden beschloss der Landtag ein Bündel von Maßnahmen zur Rettung des notleidenden Walds. 

Unter anderem soll die Landesregierung die Landesforsten beim weiteren Anbau von Bäumen unterstützen, die dem Klima besser standhalten. Das Land soll sich um eine ausreichende Versorgung mit Saat- und Pflanzgut für klimatolerante Baumarten kümmern. So steht es im Forderungskatalog, der am Mittwoch (1. Juli) die Stimmmehrheit der Fraktionen erhielt. 

Zudem soll das Bauen mit Holz als aktiver Klimaschutz vorangebracht werden. 

Mit Material von dpa

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