Wald nach Borkenkäferbefall
Janina Schuster | am

Borkenkäfer: Jetzt reagieren

Mit den sommerlichen Temperaturen schwärmen auch die Borkenkäfer aus und bohren sich in frisches Fichtenholz ein. Wer jetzt reagiert, schützt seinen Baumbestand.

"Waldbesitzer, die jetzt Bohrmehl suchen, schützen ihren Fichtenwald am wirkungsvollsten", sagt Dr. Peter Pröbstle, Leiter der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising. Borkenkäfer wie Buchdrucker und Kupferstecher schwärmen derzeit aus ihren Überwinterungsquartieren aus und bohren sich in liegendes, frisches Fichtenholz oder auch Schadholz aus Windwürfen ein. Um die Käferpopulation nachhaltig zu begrenzen, sei es nötig jetzt zu reagieren. "Jetzt nochmal Gas geben und befallenes Holz aus dem Wald schaffen. Alle Buchdruckerweibchen, die jetzt keine Bruten anlegen, ersparen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern im Sommer viele Zehntausend Nachkommen! Das ist ein riesiger Hebel", erklärt Waldschutzexperte Dr. Andreas Hahn.

Vorgehensweise zur Bekämpfung

Die Arbeitsschritte klingen übersichtlich, doch es steckt Aufwand dahinter. Der lohnt sich jedoch, wenn man bedenkt, dass aus einem nicht aufgearbeiteten Baum eine Fläche mit bis zu 400 abgestorbenen Bäumen entstehen kann. Zunächst sei es nötig befallene Bäume durch Bohrmehlsuche an den Stämmen zu finden, das befallene Holz aufzuarbeiten und noch im Mai aus dem Wald zu fahren. Ein Mindestabstand von 500 Metern zum nächsten Fichtenbestand ist dabei unbedingt einzuhalten.

Ein Borkenkäfer kann 400 tote Bäume nach sich ziehen

Die Buchdrucker gehören zu den gefährlichsten Borkenkäfern an der Fichte. In trocken-warmen Jahren wie 2019 können sie drei Generationen an Jungkäfern anlegen. Das macht 100.000 Nachkommen auf ein Weibchen innerhalb einer Vegetationsperiode, summiert man die direkten Nachkommen, sowie Enkel- und Urenkel-Generationen. So kann aus einem befallenen und nicht bearbeiteten Baum plötzlich der Befall von knapp 400 Bäumen entstehen. Mit der Ergreifung von Bekämpfungsmaßnahmen im frühen Fortpflanzungsstadium ersparen sich Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer also eine Menge Arbeit.

Wie erkenne ich einen frischen Befall?

Da der April deutlich kälter war, startet der Schwärmflug der Fichtenborkenkäfer etwa drei Wochen später als im letzten Jahr. Da die Populationsdichte im Vorjahr relativ hoch war, ist mit einem starken und zeitlich komprimierten Ausflug der Käfer zu rechnen. Der Befall eines Baumes ist besonders gut am frischen Bohrmehl an Rinde oder Stammfuß zu erkennen. Um die Eier abzulegen, müssen sich die Käfer in die Rinde einbohren. Das Bohrmehl rieselt dabei heraus und sammelt sich an den betreffenden Stellen. Ist eine Fichte befallen, muss sie eingeschlagen und aus dem Wald entfernt oder entrindet werden.

Mit Material von idw
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