Holzscheit wird in brennenden Kamin nachgelegt
Günter Schröder, Dipl.-Ing. Forst i.R. | am

Brennholz: Welche Holzart eignet sich?

Der Bedarf an Scheitholz wächst und wächst. Bei Brennholz muss es aber nicht immer die beliebte Buche sein. Wir geben Tipps zum Thema.

Buche und mit geringen Anteilen Esche und Ahorn decken den größten Teil der Nachfrage nach Brennholz ab. Die Buche hat sich in Niedersachsen ihren Spitzenplatz als hervorragendes Scheitholz mit sehr gutem Abbrandverhalten gesichert. Örtlich werden auch Birke und Eiche in der Scheitholzherstellung im privaten und professionellen Bereich von den Kunden nachgefragt. Allerdings ist deren Bedeutung regional unterschiedlich und vergleichsweise gering.

Fichte und Kiefer als Brennholz?

Die beiden wichtigsten heimischen Nadelbaumarten Fichte und Kiefer spielen im Vergleich zur Buche dagegen kaum noch eine Rolle bei der Scheitholzproduktion. Selbst in den Regionen, in denen sie als Hauptbaumarten den größten Anteil an der Waldfläche ausmachen, werden sie von den Produzenten von Scheitholz nicht nachgefragt. Allenfalls private Brennholzselbstwerber und Scheitholzfeuerungsbetreiber melden in geringem Umfang Bedarf an Fichte oder Kiefer als Brennholz an.

Eignung der Holzarten als Kaminholz

Die wichtigsten Kriterien beim Kauf von Brennholz sind der Preis, der Heizwert sowie der Wassergehalt bzw. der Trocknungszustand des Holzes:

Preis: Fichtenbrennholz ist in der Regel 20 bis 30 % günstiger als Buche. Allerdings ist die Fichte als Scheitholz auf dem Markt kaum noch, oder wenn, dann nur als Anmachholz, zu finden.

Heizwert von Fichte - Trockenmasse und Festmeter

  • Heizwert pro kg Trockenmasse: Fichte besitzt einen höheren Heizwert pro kg Trockenmasse als Buche. Der Wert liegt, ähnlich wie bei der Kiefer, bei 5,2 kWh pro kg/TM; Buche besitzt einen Heizwert von lediglich 5,0 kWh kg/TM. Die höheren Harzanteile und der hohe Ligningehalt erhöhen den Heizwert und beschleunigen damit das Abbrandverhalten des Nadelholzes. Bezogen auf das Gewicht liegen also unsere Nadelhölzer im Heizwert vor den heimischen Laubhölzern.
  • Heizwert pro Festmeter: Da die Dichte der Baumarten unterschiedlich ist, wird Weich- und Hartholz unterschieden. Während ein Festmeter Trockenmasse Buche Hartholz 558 kg wiegt, sind es bei dem Weichholz Fichte lediglich 379 kg. Bezogen auf einen Festmeter Trockenmasse, liegt der Energiegehalt bei der Buche deshalb – abhängig vom Wassergehalt – um rund 800 kWh, also rund 30 %, über dem der Fichte.

Wassergehalt von Brennholz

Wassergehalt: Einen großen Einfluss auf den Heizwert hat der Wassergehalt des Brennholzes. Je höher der Wassergehalt, umso höher auch die relative Holzfeuchte.

Diese beiden Werte sollten nicht verwechselt werden. Die relative Holzfeuchte bezieht sich auf das Darrgewicht, während der Wassergehalt in Relation zum Nassgewicht des Holzes angegeben wird.

Bei der Holzverbrennung muss zunächst das im Holz enthaltene Wasser verdampfen. Dazu werden 0,68 kWh je kg Wasser benötigt. Ofenfertiges Scheitholz sollte daher bei der Verbrennung einen maximalen Wassergehalt von 20 % oder entsprechend 25 % Holzfeuchte aufweisen.

Fichte oder Buche?

Wenn wir einen Festmeter Buchen-Scheitholz mit einem Festmeter Fichten-Scheitholz vergleichen, liegen wir mit der Fichte deutlich unter dem Preis der Buche. Dieser Preisvorteil wird durch den höheren Energiegehalt pro Einheit bei Buche annähernd wieder wettgemacht bzw. ausgeglichen.

Fazit

Professionelle wie auch private Brennholzproduzenten und deren Kunden sollten sich die Frage stellen, ob nicht wieder mehr Fichte als Scheitholz angeboten und genutzt werden kann; dafür gibt es gute Argumente:

  • Eine Unterstützung des Waldes und des Waldbesitzes ist dringend notwendig.
  • Es gibt riesige unverkaufte Fichtenholzmengen und der Holzmarkt befindet sich in einem desolaten Zustand.
  • Fichtenholz eignet sich für die Verbrennung in allen Scheitholzöfen als Ergänzung zum Laubholz; bezogen auf die Trockenmasse besitzt es sogar einen höheren Heizwert.
  • imago0097266355h.jpg
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