Borkenkäfer Holz
Heidrun Mitze | am

Drei Tipps gegen Borkenkäfer für Niedersachsens Waldbesitzer

Der Borkenkäferflug wird durch die aktuelle Kälte gehemmt. Aber die nächste Welle kommt bestimmt. Was Waldbesitzer tun können.

Niedersachsens erste Borkenkäfergeneration des Jahres schwärmen in zwei großen Wellen aus: Seit Ostern fliegen zuerst die Tiere, die unter der Rinde der befallenen Bäume überwintert haben.

Die Waldschutzexperten der Nordwestdeutsche Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) registrierten bei warmer Witterung starke Flugaktivitäten von Lärchenborkenkäfern, Buchdruckern und Kupferstechern – vor allem in den windruhigen Abendstunden.

Zweite Welle: Bodenstreu-Überwinterer

Seit dem 24. April hat die zweite Welle eingesetzt, nämlich die der Bodenstreu-Überwinterer. Augenblicklich hindert die Kälte sie am Schwärmen. In der nächsten Wärmeperiode aber müssen Waldbesitzer noch einmal mit einem mindestens ebenso starken Flug rechnen.

Wo noch frisches Holz und Astmaterial aus der Aufarbeitung an den Bestandesrändern und auf Freiflächen liegt, wird es stark besiedelt. Zum Teil ist auch an überschirmt liegendem Holz bereits Befall festzustellen. Auch Polter mit frischem Holz werden zunehmend angenommen.

Vereinzelte Überlastung der Fangsysteme

In einigen Regionen kam es durch Überlastung der Fangsysteme (Fangholzhaufen und Trinet P) zu vereinzeltem Stehendbefall an Fichten durch Buchdrucker. Dieses Phänomen trat an ansonsten korrekt aufgebauten Fanglinien bei gut funktionierenden Fangsystemen auf, vor allem in deren wärmsten Buchten.

Einbohrungen wurden dort trotz des eingehaltenen Sicherheitsabstandes stets im unteren Stammteil gefunden. Das weist auf einen induzierten, also durch die Fangsystem-Überlastung ausgelösten, Befall hin.

Empfohlene Maßnahmen der NW-FVA

Die NW-FVA rät zu folgenden Maßnahmen:

  • Gepoltertes Frischholz, das nicht unmittelbar abfließt, sollte sehr zeitnah bei passendem Wetter mit Insektiziden behandelt werden. Ziel ist es, eine Überbesiedlung auszuschließen und weiterhin anfliegende Käfer abzutöten. Zudem soll der spätere Schlupf der bereits in Anlage befindlichen Bruten verhindert werden. Dabei ist besonders auf Lärchenpolter zu achten.
  • Die kühlere Witterung sollte intensiv dazu genutzt werden, vor allem an Bekämpfungslinien Stehendbefall zu suchen und unschädlich zu machen (fällen und räumen), damit die aufgebauten Fangsysteme in der nächsten Wärmeperiode wieder voll wirksam sein können.
  • Wo sich der Bestandesrand durch aufgearbeiteten Stehendbefall wesentlich verändert hat, sollten die Positionen der Fangsysteme auf korrekte Abstände überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✔ Mehrleser-Funktion

✔ Artikel merken und teilen

✔ exklusiv: Audio und Video

✔ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✔ 3 Endgeräte
✔ Merkliste
✔ Audio und Video
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Fragen zum Niedersächsischen Weg
  • Thema der Woche: Landwirte ohne Perspektiven? FFH-Gebiet in Ostfriesland geplant
  • Pflanzenbau: Getreide: Tipps zur Herbstaussaat
  • Tierhaltung: ASP und die Folgen für den Markt
  • Forstwirtschaft: Was leisten Spalter und Hacker?
  • Leben auf dem Land: Bio-Bäckerei in Stöckendrebber

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen