Vom Borkenkäfer befallene Baumstämme liegen in einem Wald
Anne-Maria Revermann | am

Förster fürchten massiven Borkenkäfer-Befall und Waldverluste

Die Niedersächsischen Landesforsten befürchten erneut massiven Schädlingsbefall durch den Borkenkäfer und Waldverluste.

Waldbesitzer und Förster kämpfen wie Landwirte mit dem anhaltend trockenen Wetter. Doch damit nicht genug: Die Niedersächsischen Landesforsten befürchten erneut einen massiven Befall der Bäume mit dem Borkenkäfer und damit verbundene Waldverluste.

"Was Corona für den Menschen ist, ist der Borkenkäfer für den Wald, denn auch er vermehrt sich in exponentieller Weise", sagt der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Klaus Merker.

Baumlose Flächen in Niedersachsen

Die Landesforsten als größter Waldbesitzer in Niedersachsen habe schon heute baumlose Flächen von 10.000 Hektar. Der Regen im Mai habe kaum Entlastung gebracht, im dritten Dürrejahr habe der tiefere Unterboden kein Wasser mehr.

In 1,80 Metern Tiefe stehen die alten Bäume im Trockenen. Buchen sterben dann irgendwann. Vor allem auch den Fichten hätten Trockenheit und Wärme im April zugesetzt.

Die Kassen sind knapp

Diese Kombination aus Trockenheit und Wärme lasse wiederum die Borkenkäferpopulation geradezu explodieren. Bislang könnten die Landesforsten Defizite aus ihren Rücklagen finanzieren, so Merker. Allerdings fehlten wegen der drastisch gefallenen Holzpreise etwa 35 Millionen Euro in der Kasse.

Rund 10 Millionen Euro jährlich kosteten Pflanzungen, mit denen der Wald wieder aufgebaut werde - vor allem mit Eichen, Buchen, Douglasien und anderen Baumarten. "Die Wiederbewaldung ist ein Beitrag zum Klimaschutz, das müsste öffentlich klar sein - und auch mit Zuschüssen finanziert werden", sagte er.

Mit Material von dpa

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