Fichtenstamm im Sägewerk
Janina Schuster | am

Gesunde Fichten fällen: Altmaier reagiert auf knappes Bauholz

Bauholz befindet sich auf einem eklatanten Preishoch und ist zum Teil gar nicht mehr zu bekommen. Darauf reagiert nun auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit einem Vorschlag.

Altmaier schlägt vor, wieder mehr gesunde Fichten in Deutschland fällen zu lassen. Bislang gilt dafür eine Beschränkung, die seiner Meinung nach "schnellstmöglich" wieder rückgängig gemacht werden solle. In dem Vorschlagspapier heißt es, Altmaier dringe auf eine Einigung mit den zuständigen Ressorts noch in dieser Legislaturperiode. Außerdem schlage er einen Verzicht der Konventionalstrafen vor, wenn die Rohstoffknappheit kausal für eine verzögerte Leistung sei.

Auch andere Rohstoffe von Engpässen betroffen

Weitere Punkte des Papiers: "Zusätzlich zur Verbesserung der Versorgung mit Holz und Holzprodukten aus heimischem Anbau, werden wir uns bei Holz exportierenden Ländern dafür einsetzen, dass internationale Handelshemmnisse abgebaut werden." Altmaier erklärt darin, dass die Nadelschnittholzprodukte eine Preissteigerung von durchschnittlich rund 100 Prozent innerhalb der Jahresfrist erfahren haben. Trotz guter Konjunktur könnten Bauunternehmen, die ihr Holz bislang "just in time" eingekauft haben, keine Aufträge mehr annehmen. Auch andere Rohstoffe seien von den Lieferengpässen und Preisanstiegen betroffen.

Ursachen der Holzknappheit

Die Ursachen für diese Entwicklungen sieht Altmaier unter anderem in den Waldschäden und dem Borkenkäferbefall, der die Frischholzmenge reduziert habe. Aufgrund der daraufhin gestiegenen Schadholzmengen haben die Sägewerke ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Auch politische Faktoren seien ursächlich. Coronabedingte Reduzierungen der Produktion und Störungen der Lieferketten bremsten den internationalen Handel mit Holz als Rohstoff. "Wir müssen diesen krisenhaften Entwicklungen, die Bauindustrie, Bauhandwerk und Holzwirtschaft betreffen, entschlossen entgegentreten", heißt es in dem Papier.

Baubranche beklagt Holzmangel

Im laufenden Wirtschaftsjahr bis Ende September dürfen Waldbesitzer und Forstbetriebe nicht mehr so viel Fichtenholz einschlagen wie noch in den Jahren zuvor. Der Grund ist eine Rechtsverordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die nach Zustimmung des Bundesrats im April in Kraft trat. Aufgrund der Borkenkäferplage, Trockenheit und Stürmen mussten in den vergangenen Jahren viele Fichten geschlagen werden. Die Folge: übervolle Holzlager und Preisverfall. Die Verordnung sollte bei der Stabilisierung der Preise helfen. Für die Einschränkungen erhielten die Waldbesitzer Steuererleichterungen. Nun hat sich die Lage jedoch umgekehrt und die Baubranche klagt über Holzmangel.

Vorschlag stößt auf Kritik

Nicht alle sehen in Altmaiers Vorschlag eine praktikable Lösung. Das Bundesagrarministerium zeigte sich skeptisch. Laut einer Ministeriumssprecherin seien die Ursachen für die gestiegenen Holzpreise nicht im Mangel des Rohstoffs zu suchen, sondern in der Auslastung der Sägewerke. Außerdem müsse sich mit der Aufhebung der Verordnung der Bundesrat befassen, welcher am 17. September tagt. Da die Verordnung am 30.09. ohnehin auslaufe, sei eine vorzeitige Aufhebung wenig sinnvoll. 

Mit Material von dpa/rnd
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