Buchen, Stamm und Baumkrone
Christel Grommel | am

Hainbuche - ein besonderes Holz

Die Hainbuche ist eine ökologisch wertvolle Mischbaumart und steht in vielen Eichenwäldern Niedersachsens. Sie weist eine besondere Holzeigenschaft auf.

Die Hainbuche zählt zur Familie der Birkengewächse und hat das härteste und schwerste heimische Holz. Aufgrund der Dichte und Härte des Holzes wird es überwiegend genutzt, um besondere Holzprodukte herzustellen. Dazu gehören Spezialwerkzeuge, Zwingen, Hobelsohlen, Werkzeughefte oder Hackblöcke.

Auch Familie Diephaus nutzt das Holz zur Herstellung von Zwingen, genauer Klemmzwingen für anspruchsvolle Holzarbeiten. Zu ihren Abnehmern gehören Tischler, Musikinstrumentenbauer und Heimwerker. Die Klemmzwingen sind gefragt: Nicht nur europaweit werden sie gekauft, sondern auch in den USA, Kanada, Indien und Japan. 

 

"Klemmsia" ist nachhaltig

Familie vor Holzstämmen

Im Winter kauften die Eigentümer Anna und Matthias Diephaus im ostniedersächsischen Forstamt Göhrde siebzig Kubikmeter Hainbuchen, die nun auf deren Betriebsgelände in Bohlen eingeschnitten wurden. In den Landesforsten fallen die benötigten Hainbuchen regelmäßig bei der Pflegedurchforstung von Eichenwäldern an. "Nach 2-3 Jahren Trocknung an der Luft verarbeiten wir das sehr dichte und formstabile Holz zu Klemmzwingen", so Matthias Diephaus, der den Betrieb vor drei Jahren mit seiner Frau zusammen übernahm.

Mit dem bereits 1914 von Firmengründer Ernst Dünnemann unter dem Namen "Klemmsia" entwickeltem Produkt sind beide weiterhin auf gutem Kurs. "Die Klemmzwinge erlaubt schnelles aber schonendes Fixieren im Handwerk. Der Clou ist die hölzerne Klemmlippe, die auch nach tausenden Klemmvorgängen wieder in die Ausgangsposition zurückfedert", erläutert Diephaus. "Die verschieden großen Zwingen von uns sind weltweit gefragt. Offenbar gibt es einen Trend zu nachhaltigen Holzwerkzeugen, die wie in diesem Fall über Jahrzehnte halten." Die Zutaten für das Erfolgsrezept der Zwinge sind immer gleich geblieben. Hainbuchenholz aus hiesigen Wäldern, Stahl aus Italien und Kork für die Pressflächen aus Portugal werden verwendet.

Insgesamt fünf Mitarbeiter hat die kleine Firma, die von Diephaus 2017 aus Familienbesitz übernommen wurde. Die Zwinge "Klemmsia" wird bereits seit 1914 gebaut. Jährlich verlassen zehntausende Zwingen das Werk in internationale Richtung. Weiterentwicklungen der Klemmzwinge ebenso wie die Präsentation in den sozialen Netzwerken führen zu Steigerung der Bekanntheit und der Nachfrage.

Mit Material von Niedersächsische Landesforsten

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