Downhillfahrer im Deister
Janina Schuster | am

Hannover: Rücksicht nehmen im Wald

Derzeit gilt Leinenpflicht für Hunde. Die Brut- und Setzzeit macht den Wald zur Kinderstube der jungen Wildtiere. Und die wird derzeit empfindlich gestört.

Mountainbiker fahren abseits ihrer offiziellen Routen. Da diese derzeit immer wieder mal aufgrund zu großer Menschenansammlung gesperrt sind, weichen die Downhill-Fans auf die Flächen abseits der Routen aus. Das bringt mehrere Probleme mit sich. Zum einen ist aktuell überall die Brut- und Setzzeit der Wildtiere. Rehe und Vögel ziehen ihre Jungtiere in den Wäldern auf und haben sich dort sichere Rückzugsorte gesucht. Mit dem Erschließen neuer Wege stören die Mountainbiker empfindlich diese so wichtige Ruhe. Zum anderen sind im gesamten Forstort Wennigsen viele junge Bäume gepflanzt worden, die nun zum Teil "unter die Räder" gekommen sind.

Negative Folgen für Tiere und Bäume

"Besucherinnen und Besucher sind im Wald herzlich willkommen, wir freuen uns über das Interesse. Wir beobachten allerdings, dass Mountainbiker kreuz und quer durch den Wald fahren", erklärt  Stefanie Grevelhörster, Klosterforsten-Revierleiterin in Wülfinghausen. "In unserem Forstort Wennigsen gibt es kaum einen Bereich im Wald, der ohne Spuren von Mountainbikes ist. Das hat negative Folgen für junge Bäume, die nicht anwachsen können, und für Tiere, die gerade jetzt während der Brut- und Setzzeit tagsüber keine Rückzugsmöglichkeit mehr haben."

Der Wald ist angeschlagen

Der Wald im Deister musste in den vergangenen Jahren einiges ertragen: Stürme, Borkenkäferbefall und Trockenheit haben ihm massiv zugesetzt. Die daraus entstandenen Kahlflächen wurden aufwendig aufgeforstet. Klimaangepasste Baumarten die heute erst 30 cm hoch sind und dementsprechend anfällig sind, entwurzelt zu werden. „Die Bepflanzung für die Fläche eines Fußballfeldes kostet zwischen 6.000 und 20.000 Euro, je nach Baumart und Aufwand für den Schutz vor Verbiss von Rehen und Rotwild. Wir sind darauf angewiesen, dass die Bäumchen möglichst schnell anwachsen, damit sich auf der Fläche kein Bewuchs mit Brombeeren oder Farnen durchsetzt und wieder ein Waldklima entstehen kann. Nur wenn auch die Waldbesucher Rücksicht nehmen, Hunde angeleint sind und Radfahrer jungen Bäumen und den Tieren ihren Raum lassen, kann der Wald die Besucherströme in Corona-Zeiten verkraften“, so Grevelhörster.

Mit Material von Klosterkammer Hannover
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