Umgestürzte Bäume im Wald
Christel Grommel | am

Historisches Ausmaß an Waldschäden

Die Schäden in deutschen Wäldern sind die größte Bedrohung für den Wald seit 200 Jahren.

"Wir erleben gerade die schwerwiegendste Waldschaden-Situation seit Beginn der geregelten nachhaltigen Waldbetreuung und Waldbewirtschaftung, das heißt also seit mehr als 200 Jahren", sagte Waldschutz-Professor Michael Müller.

Die Auslöser seien Stürme, die Dürrejahre 2018 bis 2020 sowie eine damit einhergehende Vermehrung von Schädlingen. "Diese Kombination gab es bisher nicht", so Müller. 

Weiter sagte der Experte, dass die Einschätzungen von Julia Klöckner im Februar "längst überholt" seien. Damals hatte Klöckner von 160 Millionen Kubikmetern Schadholz gesprochen und 245.000 Hektar Fläche, die wieder aufgeforstet werden müsse - das ist fast so groß wie das Saarland.

Mittel für Aufforstung vorhanden

Die finanziellen Mittel für Aufforstung und den Waldumbau hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern seien da, sagte Müller. Es brauche aber passende rechtliche Rahmenbedingungen "und vor allem ausreichend Personal auf allen Ebenen". Bund und Länder stellen für die kommenden vier Jahre knapp 800 Millionen Euro zusätzlich bereit.

Das Aufforsten allein reiche aber nicht: Neben der Klimaanpassung bestehender Wälder und dem Aufforsten von Mischwäldern müsse man sich mehr als je zuvor um eine pflegliche Waldbehandlung kümmern, sagte Andreas Bitter, Professor für Forsteinrichtung. Vor allem sei die Schonung des Bodens wichtig, beispielsweise über Regelungen zum Maschineneinsatz.

Besonders betroffen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen. Forstbetriebe erleben einen finanziellen Einbruch.

Mit Material von dpa
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