Hand fasst in Hackschnitzel

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Carsten Brüggemann | am

Holzheizen: günstig, komfortabel und emissionsarm

Automatisch mit Pellets oder Hackschnitzeln beschickte Heizkessel erhalten staatliche Zuschüsse, sind komfortabel und emissionsarm – aber nur bei guter Ausstattung und hoher Brennstoffqualität. Darauf sollten Sie achten.

Für jede Form des Brennstoffes, ob Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets gibt es unterschiedliche, technisch ausgereifte Feuerungssysteme. Scheitholzkessel werden vorwiegend im Leistungsbereich bis 45 kW eingesetzt und per Hand beschickt. Sehr komfortabel sind Anlagen mit automatischer, bedarfsgerechter Brennstoffzufuhr, wie Hackschnitzel- und Pelletfeuerungen. Letztere rechnen sich schon bei geringerem Wärmebedarf; Hackschnitzelfeuerungen eignen sich auch für den größeren Wärmebedarf. Besonders im landwirtschaftlichen Bereich und bei eigenem Waldbesitz werden diese Feuerungen gerne eingesetzt.

Schimmelbildung vorbeugen

Holzhackschnitzel mit einem Wassergehalt von über 35 % neigen zu Erwärmung und Schimmelbildung. Je länger das Holz nach dem Einschlag und vor dem Hacken trocknen kann, desto geringer sind die Probleme im Lager. So ist es eine gute Lösung, Holz im Winter einzuschlagen und im Spätsommer zu hacken, wenn der Wassergehalt schon auf unter 35 % reduziert ist.

imago0138833111h.jpg

Verbleibender Wassergehalt nach Rotteprozess

Wird das Material dann in einer Miete gelagert, kommt der einsetzende Rotteprozess (Erwärmung auf 60 bis 70°C) meistens nach 100 bis 120 Tagen zum Erliegen. Das Material ist dann durch einen natürlichen Prozess auf etwa 20 % Wassergehalt (25 % Feuchte) heruntergetrocknet. Dadurch gehen etwa 15 % des Heizwertes verloren, was zu tolerieren ist, da der sonstige technische Aufwand gering ist.

Plane oder Vlies?

Die Miete (5 m breit, 2,5 m hoch) sollte mit einem Vlies abgedeckt sein, das Regen ableitet und Verdunstungsfeuchte von innen nach außen durchlässt. Für Material mit höherem Wassergehalt sollten technische Trocknungsverfahren, z.B. mit der Abluft des BHKW an Biogasanlagen eingesetzt werden.

Was ist bei direkter Trocknung im Lager zu beachten?

Sollen die Hackschnitzel direkt im Lager trocknen, ist eine gute Luftzirkulation wichtig. Schauer oder Remisen sind vollständig geschlossenen Räumen vorzuziehen. Luftkanäle wie Dränschläuche, Panzer-Top-, Unterflurkanäle oder andere einfache Luftführungen sind dann häufig unentbehrlich. Ein Gebläse ist nicht unbedingt erforderlich, da die durch feuchte Hackschnitzel erwärmte Luft nach oben steigt und von unten Kaltluft nachzieht.

imago0097266355h.jpg

Holz im Kessel

Automatische Holzfeuerungen für Hackschnitzel oder Pellets holen sich den benötigten Brennstoff über Austrageinrichtungen aus entsprechenden Vorratsbehältern. So werden durch die bedarfsgerechte Brennstoffzuführung sehr gute Feuerungsqualitäten erreicht.

  • Hackschnitzelfeuerungen: Da bei Hackgutsystemen die Holzschnitzelgröße, abgesehen von gesiebter Ware, schwanken kann, sollten robuste Zuführ-elemente installiert werden, die auch längere Splitter sicher zuführen und nicht so schnell verklemmen. Sprinkleranlagen, Brandschutzklappen, Fall- oder Zellenradschleusen in den Zuführkanälen vermeiden Rückbrände aus den Feuerzonen in den Vorratsbereich.
  • Pelletsfeuerungen: Wo sich Hackschnitzelfeuerungen nicht eignen und dennoch komfortabel gefeuert werden soll, bietet sich die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs in Form von Pelletsfeuerungen an. Zur Lagerung können Kellerräume, oftmals auch die bisherigen Heizöllagerräume, genutzt werden.
imago0138833111h.jpg

Pellets können als homogenes Schüttgut und genormter Brennstoff in recht kleinen Feuerungsanlagen mit automatischer Brennstoffzufuhr problemlos dosiert und verbrannt werden. Mittlerweile werden auch Brennwertgeräte oder Kombinationen aus Scheitholz- und Pelletfeuerungen angeboten. Pellet- und Hackschnitzelfeuerungen verfügen zunehmend über automatische Zündungen.

  • Pufferspeicher, also größere Wasserbehälter, zur Leistungsregelung zwischen Kessel und Heizsystem zeigen bei jeder Biomassefeuerung positive Wirkung. Besonders sinnvoll erscheint ein Speicher, wenn im Sommer auch die Brauchwasserbereitung eines Haushaltes über die Holzfeuerung erfolgen soll. Ein Volumen von 30 l/kW ist bei automatischen Anlagen sicher ausreichend und wird auch in Förderprogrammen gefordert.
  • Filtersysteme Nach der 1. Bundesimmissionsschutz- Verordnung müssen die Feinstaubemissionen von Holzkesseln wiederkehrend alle zwei Jahre gemessen werden. Mittlerweile werden die Feuerungen nahezu standardmäßig mit elektrostatischen Staubfiltern angeboten. Die Filter werden zwischen Kessel und Schornstein installiert bzw. sind bei manchen Herstellern schon im Kessel integriert. Das kann auch bezüglich der staatlichen Förderprogramme Vorteile bringen.
  • Förderung Der Staat unterstützt mit Förderprogrammen der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) die Nutzung des nachwachsenden Brennstoffs Holz, was die Wirtschaftlichkeit der Anlagen verbessert. Im günstigsten Falle können Holzfeuerungen, z.B. bei Austausch einer Ölheizung, mit bis zu 45 % gefördert werden, bei Anlagen, die besonders wenig Staub ausstoßen, sogar mit bis zu 50 %.

Förderprogramme in Anspruch nehmen!

Zusätzlich zu den Fördermöglichkeiten verbessert die von der Bundesregierung beschlossene CO2-Besteuerung fossiler Brennstoffe wie Heizöl und Gas die Wirtschaftlichkeit von Holzfeuerungen.

Informationen zu den Förderprogrammen finden Sie auch auf den Webseiten www.bafa.de sowie www.kfw.de.

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Ziegenmast als Nische
  • Gestiegene Betriebskosten abfedern
  • Wir findet man Mitarbeiter?
  • Kettensägenlehrgänge für Frauen
  • Grunddüngung im Herbst

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen