Feuer in einem Kamin - Umweltbundesamt kritisiert Holzfeuerungen

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Heinrich Höllerl | am

Holzheizung wird von Bundesumweltamt schlecht gemacht

2021 gab es in Deutschland, wie schon im Vorjahr, an den Messstationen keine Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte. Das Umweltbundesamt (UBA) schlug dennoch den Abschied vom Heizen mit Holz in Haushalten vor.

Der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂) wurde voraussichtlich nur noch an 1-2% der verkehrsnahen Stationen überschritten. Dieser Trend ist insgesamt schon seit gut 10 Jahren zu beobachten.

Mittlerweile sind die Abgase im Straßenverkehr so sauber, dass der Feinstaub aus Reifen- und Bremsenabrieb bereits den Hauptanteil an den Gesamtemissionen hat. 

UBA will nicht weiter neu in Holzfeuerung investieren

Der Präsident des UBA, Dirk Messner, zog bei der Vorstellung der Ergebnisse aber vor allem eine andere Schlussfolgerung: Die europäischen Grenzwerte seien jetzt 20 Jahre alt und sollten drastisch verschärft werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte dazu schon im September neue Leitlinien für gesunde Luft vorgelegt.

Um die Luft zu verbessern, schlug Messner unter anderem einen Abschied vom Heizen mit Holz in Haushalten vor: „Aus Luftqualitätsperspektive richten wir hier viel Schaden an.“ Konkret sprach sich Messner dafür aus, nicht weiter neu in Holzverfeuerung zu investieren.

AdobeStock_263107416.jpeg

Einseitige Betrachtung der Heizenergie

Bei seinen Vorschlägen lässt er jedoch völlig außer Acht, dass wir bei der Heizenergie auch ganz andere Perspektiven berücksichtigen müssen, allen voran die CO2-Emissionen. Selbst bei einem deutlichen Fokus auf Kaskadennutzung, also Holz zuvorderst in langlebigen Produkten einzusetzen, bleiben immer noch jede Menge Neben- und Restprodukte, sowohl im Wald als auch im Sägewerk, die hervorragend zur Energieerzeugung eingesetzt werden können. 90% der Pellets hierzulande werden aus Industrie-Resthölzern erzeugt.

Alternativen werden nicht aufgezeigt

Aber eine Unterscheidung zwischen perfekt Lambda-gesteuerten Pelletheizungen oder einem alten Schwedenofen aus dem Baumarkt, der womöglich noch völlig falsch bedient wird, macht das UBA ohnehin nicht. Alternativen werden im Übrigen auch nicht aufgezeigt. Bei den Wärmepumpen als lokal emissionsfreie Heizung hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass diese für einen Austausch im Bestand vielfach gar nicht einsetzbar sind, weil sie gar nicht genug Leistung bringen. Dafür müsste man erst einmal die Gebäude aufwendig dämmen, was sich vielfach gar nicht wirtschaftlich darstellen lässt.

Die Wirtschaftswoche empfiehlt in einem Artikel aus dem Februar Hausbesitzern allen Ernstes die Investition in neue Gasheizungen! Schon im Februar war der Preis angezogen, seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine hat sich die Situation noch verschärft. 

Die Bundesregierung fördert den Einsatz regenerativer Heizenergie weiter und schließt dabei moderne Holzheizungen mit ein. 

imago0097266355h.jpg

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Tag des offenen Hofes
  • Hitzestress bei Kühen vermeiden
  • Digitalisierung im Ackerbau
  • Gärreste: Techniken zur Aufbereitung
  • Herbizidstrategien im Spargel

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen