Kronen- und Restholz aus dem eigenen Wald sind in Lucklum die Basis für die Wärmeerzeugung. Zu Hackschnitzeln verarbeitet, werden damit zwei zentrale Heizwerke gespeist. Sie versorgen das Rittergut und weitere 40 Haushalte und Einrichtungen des Dorfes mit Wärme.

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Dr. Olaf Zinke | am

Holzpreise fallen im Großhandel und für Waldbesitzer

Die Holzpreise – besser die Preise für Schnittholz – fallen im Großhandel deutlich und geben auch für Waldbesitzer nach. Allerdings nicht so stark wie zunächst befürchtet. Gleichzeitig bleiben die Preise für Energieholz, Papierholz und Brennholz sehr hoch.

Grund für die fallenden Preise bei Schnittholz ist die sich abzeichnende Krise der Bauwirtschaft. Die steil ansteigenden Zinsen und die hohe Inflation bremsen den Bauboom der letzten Jahre aus.

Die Folge: Die Nachfrage nach Bauholz und anderen Baumaterialien geht deutlich zurück. Die Holzindustrie wird also viel weniger Ware los und die Preise geraten unter Druck – sowohl für Bauholz im Großhandel als auch für Waldbesitzer, denn die Läger der Sägewerke sind oft noch gut gefüllt.

Das Statistische Bundesamt meldete für den Monat September einen Preisrückgang bei Nadelschnittholz im Vergleich zum vorigen Jahr von knapp 21 %. Zum Vormonat (August) waren die Preise ebenfalls um knapp 5 % gefallen.

Bei Laubholz sah die Sache hingegen besser aus – hier waren die Preise zum Vormonat zwar auch um 5 % gefallen – jedoch immer noch 19 % höher als im vorigen Jahr.

Ähnlich war auch die Preisentwicklung bei anderen Baumaterialen aus Holz – wie etwa Faserplatten – hier waren die Preise zwar noch deutlich höher als im vorigen Jahr – im Vergleich zu den Vormonaten aber rückläufig.

Holzpreise nach Korrektur oft behauptet

Trotz der Korrekturen war der Preisrückgang bei Bauholz weniger stark als zuletzt befürchtet – wohl auch weil die Preise für Industrie- und Energieholz nicht fallen und die Entwicklung auch in anderen Marktsegmenten (zunächst) relativ robust ist.

Dennoch waren die Preise für Nadelholz – insbesondere für Fichte – deutlich von den Höchstwerten zur Jahresmitte entfernt. Gleichzeitig konnten sich die Fichtenpreise im letzten Quartal des Jahres einigermaßen stabilisieren, auch wenn das erreichte Niveau rund 15 % bis 20 % niedriger ist als noch im Sommer.

Bei Laubholz war hingegen noch wenig von fallenden Preisen zu hören und erst recht nicht bei Energie- und Brennholz. Im langristigen Vergleich liegen zudem auch die Preise für Nadelschnittholz immer noch auf einem guten Niveau.

Frisches Fichtenholz im Leitsortiment 2b wurde im Herbst ganz überwiegend zu Preisen von 90 Euro/Fm bis 105 Euro/Fm verkauft. Fichte Langholz B wurde für 105 Euro bis 110 Euro/Fm gehandelt. Regional waren die Preise sogar noch etwas höher – die abgesetzten Mengen jedoch deutlich kleiner als in den Vormonaten. Außerdem sind die regionalen Preisunterschiede ziemlich groß.

Der Abschlag für Käferholz ist mit 20 bis 25 Euro/Fm weiter hoch. Hier liegen die Preise überwiegend zwischen 65 und 75 Euro/Fm. Die Preise für Kiefernholz haben hingegen nur moderat nachgegeben und können sich mitunter auch behaupten. Für Kiefer werden Preise von 70 bis 75 Euro/Fm für 2b BC genannt.

Auch für Palettenholz sind die Preise fest. Hier werden im Schnitt 60 Euro/Fm bezahlt, berichten Waldbesitzerverbände.

Beim Papierholzpreis sind sogar deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen. Frisches, zertifiziertes Papierholz kann für 42 Euro/Rm verkauft werden.

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Bauholz bleibt unter Druck – Industrieholz und Brennholz boomen

Insgesamt bleibt die Lage am Holzmarkt sehr fragil und hängt sicher in erheblichen Umfang von der weiteren Entwicklung der Baukonjunktur ab – und dem von dort kommendem Bedarf an Bauholz. Waldbesitzerverbände berichten jedenfalls, dass die Lagerplätze in den Sägewerken überwiegend ausreichend mit frischem Fichten-Rundholz gefüllt sind.

Da die Konjunkturprognosen schlecht aussehen und die Bautätigkeit rückläufig ist, können die Waldbesitzer oft nur kurzfristige Verträge mit den Sägewerken abschließen. Das könnte in den nächsten Monaten auch zu weiteren Preiskorrekturen führen.

Die Sägewerke spüren die Baukrise jedenfalls deutlich und wollen auf Änderungen der Nachfrage möglichst schnell reagieren. Fehlende Sägenebenprodukte bzw.

Umleitung beträchtlicher Mengen in Richtung Pellet-Produktion führen dazu, dass der Industrierundholzmarkt weiterhin sehr dynamisch bleibt. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Die Preise haben sogar zulegen können.

Auch am Energieholzmarkt bleibt die Nachfrage lebhaft und die Preise steigen. Aufgrund der boomenden Nachfrage und langen Vorlaufzeiten, bleibt ofenfertiges Brennholz ebenfalls Mangelware.

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