Wald im Harz bei Sonnenuntergang
Anne-Maria Revermann | am

Klimakrise setzt Niedersachsens Wäldern zu - Hilfe ist in Sicht

Besonders schwer hatten es 2020 die Wälder in Südniedersachsen sowie Fichten, wie der Waldzustandsbericht belegt. Auf EU-Ebene einigten sich die 27 Mitgliedsstaaten auf eine Europäische Waldstrategie. Zudem werden Waldbesitzer mit 500 Millionen Euro unterstützt.

Niedersachsens Wälder sind auch 2020 gebeutelt vom Klimawandel. Der Wald leidet weiterhin unter Trockenheit, Hitze und Schädlingsbefall. Das geht aus dem Waldzustandsbericht hervor, den Barbara Otte-Kinast vorgelegt hat.

Besonders hart getroffen hat es laut niedersächsischem Agrarressort die Wälder in Südniedersachsen und als Baumart die Fichten. Die Krise des Waldes sei also noch nicht überstanden. Die mittlere Kronenverlichtung verbesserte sich im Schnitt über alle Baumarten und Altersklassen nicht nennenswert.

 

Über die Hälfte an Fichten abgestorben

Die Vitalität aller Baumarten in Niedersachsen - mit Ausnahme der Eichen - hat sich in den letzten drei Jahren verschlechtert, insbesondere in den Fichtenbeständen seien die Schäden verheerend. Mehr als die Hälfte der Fichten in der Stichprobe der Waldzustandserhebung musste seit 2017 als Schadholz entnommen werden oder ist abgestorben.

Ebenfalls abgestorben sind viele alte Rotbuchen. Grund hierfür sind vor allem die Trockenheit sowie die Dauer und Intensität der Sonneneinstrahlung. Nachfolgend haben der Befall von Pilzen und Insekten die mächtigen Buchen rasch absterben lassen.

Otte-Kinast: "Wir lassen Waldbesitzer nicht allein"

Die Schadensbewältigung und der klimagerechte Waldumbau stellten Forstbetriebe, Waldbesitzer und Forstwissenschaftler in Niedersachsen vor große Herausforderungen. Gemeinsames Ziel sei ein stabiler, arten- und strukturreicher Wald, der nachhaltig auf ökologischer Grundlage bewirtschaftet werde.

Barbara Otte-Kinast zeigt sich zuversichtlich: „Im Vordergrund steht die Wiederbewaldung der Kahlflächen mit standortsgerechten und klimaresilienten Mischbeständen. Dazu stellt mein Ministerium erhebliche Fördergelder von Bund und Land bereit. Wir lassen unsere Waldbesitzer nicht allein!“

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EU-Agrarrat einigt sich auf Waldstrategie

Auch der EU-Agrarministerrat hat sich in dieser Woche für eine Europäische Waldstrategie ausgesprochen. Die 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich auf folgende Punkte geeinigt:

  • klimastabile Wälder,
  • Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt der Wälder,
  • Stärkung einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen Forstwirtschaft.

500 Millionen Euro für Waldbesitzer

Das Bundeswaldministerium hat mit der Großen Koalition erstmals eine Nachhaltigkeitsprämie für den Wald entwickelt: Mit 500 Millionen Euro sollen die Waldeigentümer direkt unterstützt werden, heißt es am Dienstag (17. November). Die Hilfen können ab Ende der Woche abgerufen werden.

Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung der Waldfläche nach den Programmen PEFC oder FSC. Die Zertifizierung kann bis zum 30. September 2021 nachgereicht werden. Eine Auszahlung der Prämie erfolgt, wenn die Zertifizierung vorliegt.

Wer wie Hilfe erhält:

  • Die Nachhaltigkeitsprämie beträgt 100 Euro pro Hektar und richtet sich an private und kommunale Waldbesitzer, die mindestens 1 Hektar Waldfläche besitzen.
  • Anträge können natürliche und juristische Personen bis zum 30. Oktober 2021 stellen.
  • Die Antragstellung erfolgt in einem Online-Formular auf der Webseite www.bundeswaldpraemie.de.
  • Die Auszahlung der Prämie muss bis Ende 2021 abgeschlossen sein, da es sich um Mittel aus dem Corona-Konjunkturprogramm handelt.

 

Mit Material von ML, BMEL

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