Borkenkäfer
Christel Grommel | am

Kommt 2020 eine neue Borkenkäferplage?

Förster und Waldbesitzer fürchten eine neue Borkenkäferplage. Der milde Winter und die Sturmschäden bereiten den Schädlingen ideale Bedingungen. Wenn kein nasses Frühjahr die Ausbreitung bremst, könnte 2020 mit der Käfersituation in 2019 vergleichbar sein.

Die Forstfachleute rechnen zum jetzigen Zeitpunkt für 2020 mit einer erneuten Borkenkäferplage mit Schäden, die sogar noch leicht über denen des Vorjahres liegen. Sprecher Sproßmann vom Thüringenforst befürchtet eine "explosionsartige Vermehrung dieser Schädlinge im Frühjahr 2020", weil der milde Winter die weißen Stadien - Larven, Puppen und Eier - der Käfer kaum geschädigt habe. 

Die Februarstürme haben vielerorts Bäume umgeknickt, die als Brutstätte für die Borkenkäfer dienen können. Darüberhinaus sind die Schäden der vergangenen zwei Jahre noch nicht beseitigt worden. Durch die Trockenheit der letzten beiden Jahre seien laut bayrischem Agrarministerium die Wälder noch geschwächt und hätten wenig Widerstandskraft gegenüber Schadorganismen. Normalerweise begrünte Waldränder sind beschädigt und so ebenfalls attraktiv für die Käfer. 

Wirtschaftlich und ökologisch negativ

Bundesweit sind derzeit Förster und Waldarbeiter im Dauereinsatz. Sie suchen und räumen befallene und umgestürzte Bäume. 

"In diesem Frühjahr ist die Zahl der Borkenkäfer, die quicklebendig unter der Rinde und im Waldboden überwintert haben, immens hoch. Unsere Experten haben in einigen Wäldern über eine Million Käfer pro Hektar Wald gefunden", sagt NRW-Forstchef Wiebe. Schon 200 Borkenkäfer reichen, um eine unter Dürre leidende Fichte absterben zu lassen.

Der Schaden ist immens, denn Borkenkäfer befallen und zerstören hauptsächlich Fichten, den wichtigsten Wirtschaftsbaum in Deutschland. Waldeigentümer sind entsprechend beunruhigt, falls mit einem trockener Sommer eine neue Käferkatastrophe kommen sollte.

Zusätzlich ist der Export der großen Schadholzmengen nach China aufgrund des Corona-Virus zusammengebrochen. "Für mittlere Forstbetriebe ist die Situation schlicht existenzbedrohend", so Sproßmann. Die im vergangenen Jahr versprochenen 800 Millionen Hilfsgelder von Bund und Ländern müssten nun so schnell wie möglich an die Waldbesitzer kommen, hieß es bei der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. 

Auch ökologisch sind die Auswirkungen gravierend. 

Mit Material von dpa

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