Norbert Leben.
Ellen Hartmann | am

Neuer Präsident beim Waldbesitzerverband Niedersachsen

Norbert Leben ist nicht mehr Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen. Bei der heutigen (30. September) Mitgliederversammlung ist Leben nicht mehr für das Amt angetreten. Sein Nachfolger heißt nun Philip Freiherr von Oldershausen.

Norbert Leben hat viel mitgemacht in den vergangen Jahren und sein Leben dem Wald verschrieben. Er war bereits seit acht Jahren Präsident des Waldbesitzerverbandes Hannover, als dieser sich 2008 mit dem Waldbesitzerverband Weser-Ems zusammenschloss. So entstand der Waldbesitzerverband Niedersachsen und Leben als Präsident gewählt.

Ein Leben für den Wald

Die vergangenen 13 Jahre setzte Leben sich insbesondere für ein eine einheitliche Forstpolitik für Niedersachsens Privatwaldbesitzer ein. "Der Schulterschluss 2008 war wichtig, um in der Politik eine einheitliche und vor allem starken Stimme zu haben", resümiert der 75-Jährige. "Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der Menschen auf dem Land." Norbert Leben ist bereits seit 22 Jahren die Stimme des niedersächsischen Privatwaldes, nämlich seit der Übernahme des Vorsitzes des Hannoverschen Landesforstverbandes im Jahr 1999. Leben engagierte sich für den Schutz und Erhalt des Privat- und Kommunalwaldes und auch dafür, dass Fördermittel in den Wald flossen. 

Mit 100 Prozent der Stimmen heißt Norbert Lebens Nachfolger als Präsident des Waldbesitzerverbandes nun Philip Freiherr von Oldershausen. Der ausgebildete Land- und Forstwirt war bereits seit 2006 Vize-Präsident des Verbandes. In Oldershausen im Landkreis Northeim für er seit 20 Jahren einen land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieb. 

Leben: " Ich habe für diese Aufgabe gebrannt."

Norbert Leben und Stephan Weil

"Es fällt mir schwer", erklärt Norbert Leben im Anschluss an die Mitgliederversammlung. "Ich würde lügen, wenn ich was anderes sagen würde. Ich habe für diese Aufgabe gebrannt." Leben wurde für sein Engagement sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Bereits als 27-Jähriger erkannte Leben, dass Landwirtschaft alleine nicht reicht. 1973 übernahm er den Hof seiner Eltern in Egestorf mit 75 Hektar Land, davon waren 25 Hektar Wald, 30 Hektar Acker und 20 Hektar Grünland. Auch ein altes Gasthaus gehörte mit zum Hof. 1985 fragte ihn der damalige Förster, ob er nicht in den Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Egestorf-Hanstedt einsteigen wolle. 

"Das sei nicht viel Aufwand. So fünf Mal im Jahr", erinnert sich der zweifache Vater. "Daraus sind nun fünf Stunden am Tag geworden. Ich bin also zum Wald wie die Jungfrau zum Kinde gekommen." Seitdem hat Leben zahlreiche Ehrenämter sowie leitende und stellvertretende Funktionen für den Forst inne. Darunter in der Landwirtschaftskammer (LWK), der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und im Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR). 

"Wir müssen unseren Wald nicht vor seinen Eigentümer schützen"

"Sowohl im DFWR als auch im AGDW konnte ich in den vergangenen Jahren einiges bewegen", bilanziert Leben. "Wichtig war mir, dass forstpolitische Vorgehen in Deutschland so zu gestalten, dass es aus einem Guss kam. Ich denke, das ist gut gelungen." Wichtig sei ihm immer gewesen, dass der Wald nicht nur grün und schön anzusehen, sondern auch eine Einnahmequelle für die Besitzerinnen und Besitzer sei. "Nur so kann ich meinen Generationenvertrag erfüllen, nur so können meine drei Enkel den Wald übernehmen und managen", macht der 75-Jährige deutlich. "Wir müssen unseren Wald nicht vor seinen Eigentümer schützen, denn jeder Waldbesitzer hat den Generationenvertrag, die Zukunft und seinen Nutzen im Blick." 

Ein Blick in die Zukunft:

Leben fordert daher von der Politik: "Lasst den Eigentümern mehr Freiheiten, den Wald zu gestalten." Was staatlich verordnet werde, sei oft kontraproduktiv und verhindere gute Ideen. Seiner Meinung nach, würden zwei Millionen Waldbesitzer mit ihren Zielen Vielfalt im Wald bedeuten. "Wir haben immer um den Wald gekämpft und versucht, das Optimale zu erreichen – ideell und finanziell", so Leben. "Ökonomie und Ökologie zusammengedacht und zusammen gemacht. Wir können unsere Bilanz zeigen – mit dem Team, mit dem Vorstand und mit guter Zusammenarbeit." 

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