Waldschäden durch Sturm
Christel Grommel | am

Schäden in Niedersachsens Wäldern größer als angenommen

Trockenheit, Stürme und Käfer - in Niedersachsens Wäldern sind große Schäden entstanden. Aber auch bundesweit sind die Schäden größer als zunächst angenommen.

In Niedersachsen müssen mehr als 26.000 Hektar Wald aufgeforstet werden. Anhand der Daten für 2018 und 2019 sowie Prognosen für 2020 geht man von mehr als 13 Millionen Schadholz aus. Damit liegt Niedersachsen auf Platz fünf unter den Bundesländern, gemessen an der Fläche haben nur NRW und Thüringen noch größere Schäden. Rund 60 Prozent der Schadflächen im Land sind nicht in öffentlicher Hand. 

Auch bundesweit große Waldschäden

Nach bundesweiter Begutachtung der Schäden sind diese größer als vorab angenommen. Statt der zuvor ermittelten 180.000 Hektar Land mit Waldschäden müsse man nun von 245.000 Hektar ausgehen. Es sei mit 160 Millionen Kubikmetern Schadholz zu rechnen - bei einer Erhebung im Spätsommer 2019 waren 105 Millionen Kubikmeter errechnet worden.

Bund und Länder haben bereits Hilfe in Höhe von mehreren Millionen beschlossen. In den kommenden vier Jahren stehen knapp 800 Millionen Euro zusätzlich bereit, um Wälder aufzuforsten und diese für den Klimawandel zu wappnen. Rund 480 Millionen davon kommen vom Bund, der Rest soll von den Ländern kommen.

Bundesländer für die Umsetzung zuständig

Bundeswaldministerin Julia Klöckner hatte im vergangenen September zu einem Nationalen Waldgipfel geladen. Dort wurden mit Verbänden, Wissenschaftlern und Experten aus der Praxis wichtige Anpassungen in der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) diskutiert und im Dezember verabschiedet. 

Die Umsetzung der entsprechenden Förderrichtlinien ist nun Sache der Länder. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass die Mittel zügig bei den betroffenen Waldbesitzern ankommen.

Das Bundesministerium hat zudem die Notifizierung der Hilfen bei der Europäischen Kommission auf den Weg gebracht. Das ist ein notwendiger Schritt, damit betroffene Waldeigentümer auch größere Fördersummen in Anspruch nehmen können.

Mit Material von dpa und BMEL

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