Scheitholzkessel-Pufferspeicher-Kellerraum
Carsten Brüggemann | am

Scheit um Scheit wertvolle Wärme

Was beeinflusst den Heizwert von Brennholz? Und wie sieht dieser im Vergleich zu anderen Energieträgern aus?

Der Mensch nutzt Holz seit Urzeiten als Brennstoff. Unter den vielfältigen Möglichkeiten, Heizwärme zu erzeugen, gilt Holz als CO2-neutraler Biobrennstoff. In modernen Feuerungen kann er effizient und wirtschaftlich genutzt werden. Um den Wert von Brennholz, in diesem Fall in Form von Holzscheiten, im Vergleich zu anderen Energieträgern zu ermitteln, muss der spezifische Heizwert der Holzart bekannt sein. Zudem muss bei Biobrennstoffen der Wassergehalt berücksichtigt werden, der den Heizwert massiv beeinflusst. Bei Holzbrennstoffen gibt es darüber hinaus unterschiedliche Maßeinheiten, die nicht immer einfach umzurechnen sind und häufig nur als grobe Anhaltswerte gelten können.

Was ist der "Raummeter"?

Eine erste Unsicherheit birgt die Maßeinheit Raummeter (Ster) in sich, die häufig im Handel mit Brennholz benutzt wird. Ein Raummeter (Rm) ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz. Dabei ist es aber von Bedeutung zu wissen, wie stark das Holz ist und wie weit es bereits aufbereitet wurde. So ist die Energiemenge von einem Raummeter eher schwachem Stammholz mit einem Durchmesser von durchschnittlich vielleicht 5 cm, etwa nur halb so groß wie bei stärkerem Material mit vielleicht 20 cm Durchmesser.

Scheitholzkessel bis 45 kW

Scheitholzstapel-Holztrocknen-Holzvorrat

Zudem ist bei Biobrennstoffen der Wassergehalt des Brennstoffes eine wichtige Kenngröße. Je feuchter das Material ist, desto geringer ist dessen Heizwert und es wird mehr Brennstoff benötigt, um einen bestimmten Wärmebedarf zu decken. Lufttrockenes Holz hat einen Wassergehalt von etwa 20 % (25 % Feuchte). In Tabelle 1 sind die wichtigsten Holzarten mit ihren spezifischen Heizwerten, durchschnittlichen Gewichten pro Festmeter Trockenmasse sowie den damit zu ersetzenden Heizölmengen bei einem Feuchtegehalt von 25 % (20% Wasser) aufgeführt.

Tab1_Umrechnungen_Holzarten_Heizwert_Heizöläquivalent

Feuerungssysteme dem Wärmebedarf nach auswählen

Für jede Form des Brennstoffes Holz gibt es unterschiedliche, technisch ausgereifte Feuerungssysteme. Scheitholzkessel werden vorwiegend im Leistungsbereich bis 45 kW eingesetzt und ausschließlich manuell mit Brennstoff beschickt. Bei größerem Wärmebedarf sollte man über automatische Systeme, die mit Holzhackschnitzel oder Holzpellets nachdenken.

Moderne Holzfeuerungen erreichen Wirkungsgrade, die mit Öl- oder Gasfeuerungen vergleichbar sind. Allerdings werden auch Feuerungen wie Kaminöfen oder Kamine eingesetzt, die mit geringeren, teils erheblich geringeren Wirkungsgraden arbeiten. Dies muss bei Berechnungen des Brennstoffbedarfs berücksichtigt werden. Wie die Tabelle 2 zeigt, ist Holz im Vergleich zu anderen Brennstoffen preisgünstig. Es sollte aber bedacht werden, dass die Feuerungsanlagen für Holz-Zentralheizsysteme häufig teurer, oftmals doppelt so teuer sind, wie Feuerungen für Heizöl oder Gas. Allerdings gibt es für Holzfeuerungen interessante Förderprogramme, welche die Investitionskosten erheblich reduzieren können.

Tab2_Umrechnungen_Energiepreise_Brennstoffe

Trocknen und lagern

Wie oben beschrieben, ist neben hochwertiger Feuerungstechnik ein trockener Brennstoff eine wichtige Voraussetzung für die umweltfreundliche und effiziente Holzverbrennung. Holz darf nach den gesetzlichen Emissionsvorgaben nur in lufttrockenem Zustand, also mit maximal 25 % Feuchte oder einem Wassergehalt von 20 %, verbrannt werden. Je mehr Wasser der Brennstoff enthält, desto geringer ist der Heizwert. Bei Holz mit 20 % Wassergehalt beträgt der Heizwert etwa 4 kWh/kg, bei frisch eingeschlagenem Holz mit 50 % Wasser nur 2 kWh/kg. So ist es in jedem Falle erforderlich und sinnvoll, Holz zu trocknen.

Da Holzscheite hauptsächlich entlang der Saftbahnen trocknen, sollte Scheitholz möglichst bald nach dem Einschlagen auf die gewünschte Größe aufbereitet werden. Dazu werden neben Ketten-, Kreis- und Bandsägen auch Spaltgeräte sowie Sägespalter eingesetzt, die heute in vielfältigen Größen und Leistungen angeboten werden. Scheitholz muss trocken gelagert werden, bevor es als Brennstoff genutzt werden darf. Es sollte vor Regen geschützt an einem luftigen Ort liegen, damit die abgegebene Feuchtigkeit von der Umgebungsluft aufgenommen werden kann. Ungespaltenes Holz braucht etwa zwei Monate länger zum Trocknen als gespaltenes Material. Bei Weichholz ist eine einjährige Lagerung häufig ausreichend, Hartholz, wie Buche und Eiche, sollte zwei Jahre lagern.

Polter-Fichte-Holzpreistabelle.jpg
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