Luftbild eines Waldbrands an der A7
Heidrun Mitze | am

Waldbrände - wie Forstleute helfen können

Wenn es zu einem Waldbrand kommt, sind Förster, die die betroffenen Waldgebiete betreuen, gefragte Leute - besonders wenn sie noch dazu das Ehrenamt eines Waldbrandbeauftragten ausüben.

Waldboden, der bis in die Tiefe ausgetrocknet ist, darauf dürre Äste und Zweige – sehr leicht kann da ein geplatzter Reifen und etwas Funkenflug Verheerendes auslösen. So geschehen Mitte August an der A7 zwischen Westenholz und Schwarmstedt, wo sieben Hektar Wald abbrannten.

Zur Stelle waren etliche Feuerwehren und Rettungsdienste, aber auch als zuständige Waldbrandbeauftragte die örtlichen Bezirksförster der Landwirtschaftskammer Jan-Cord Plesse und Kai Hildebrandt. Besser als jeder andere kennen sie die Verhältnisse vor Ort, wissen um die Befahrbarkeit der Wege, kennen Wendemöglichkeiten und Löschwasserentnahmestellen. Gemeinsam standen die beiden Förster den Einsatzkräften mit wichtigen Informationen über das Waldgebiet zur Seite.

Waldbrandbeauftragte unterstützen Feuerwehreinsätze …

  • mit Kenntnissen über Eigentums- und Wegeverhältnisse sowie über vorhandene Löschwasserentnahmestellen;
  • durch Mitwirken bei der Aktualisierung der Waldbrandeinsatzkarten;
  • durch Kontakte zu einem weiten Unternehmernetzwerk, das im Einsatzfall unterstützen kann.

Risiko minimieren

Feuerwehrschläuche im Wald

Waldbesitzer und Förster können die steigende Waldbrandgefahr zwar nicht bannen, aber doch helfen, das Risiko zu mindern.

Diese vorbeugenden Schutzmaßnahmen in Wald- und Wegebau nennt Förster Plesse in der aktuellen LAND & FORST:

  • Die Etablierung brandhemmender Baumarten im Rahmen des Waldumbaus. Auf schwächeren Standorten empfiehlt sich der Anbau von Roteiche, auf besseren Standorten können Linde, Ahorn und Hainbuche sinnvoller sein. Als Nadelholz bietet sich die Lärche an.
  • Die Anlage von 100 bis 300 m breiten Waldbrandriegeln, die aus brandhemmenden Baum- und Straucharten bestehen.
  • Um die Ausbreitung von Bodenfeuern zu verhindern, ist die Anlage und Erhaltung von Wundstreifen entlang von Hauptwegen, Straßen, Bahnlinien oder abgeernteten Getreidefeldern sehr wirkungsvoll.
  • Ein intaktes Wegenetz für die Einsatzkräfte sollte selbstverständlich sein, ist jedoch leider nicht immer der Fall. Ein erdgebundener Heidesandweg beispielsweise stößt schnell an seine Grenzen, wenn ihn wasserführende Fahrzeuge über mehrere Stunden im Pendelverkehr nutzen, um zur Einsatzstelle zu gelangen.

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