Feuerwehrfrau löscht Waldbrand
Christel Grommel | am

Waldbrände nehmen zu

Feuerwehrverband und Waldeigentümer warnen vor einer Zunahme von Waldbränden. Sie fordern größere Investitionen in Ausbildung, Ausrüstung, Schutzkleidung und Technik, um sich auf die Anforderungen in den brennenden Wäldern einzustellen.

Seit der Dürre im Sommer 2018 sind zunehmende Waldbrände zu beobachten. Der Deutsche Feuerwehrverband und die AGDW – Die Waldeigentümer warnten diesbezüglich in einer Pressemitteilung.

Die Waldbrandgefahr sei noch nicht gebannt, auch wenn der Sommer vorüber und Regen gefallen sei. Nach wie vor seien die Böden und das Unterholz in vielen Teilen Deutschlands zu trocken. Für weite Teile Deutschlands bestehe laut Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung eine außergewöhnliche Dürre im Gesamtboden.

Für die Feuerwehr ist die Situation zu einem wachsenden Problem geworden, denn die Anzahl der Brände hat sich seit 2018 vervielfacht. 2017 waren es noch 424 Waldbrände, 2018 waren es 1.708. Mit 1.523 Bränden hatte sich die Lage in 2019 nicht merklich entspannt. "Die Anzahl der Waldbrände, aber auch das Ausmaß einzelner Brände haben deutlich zugenommen", so der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Investitionen sind notwendig

Darauf muss reagiert werden: Der DFV fordert daher eine größere Investition in Ausbildung, Ausrüstung, Schutzkleidung und Technik, um sich auf die Anforderungen in den brennenden Wäldern einzustellen. "Ein Schwerpunkt muss auf die Aus- und Fortbildung gelegt werden, um die Feuerwehrleute auf die Gefahren in den Wäldern vorzubereiten." Gleichzeitig müsse in Ausrüstung und Fahrzeuge investiert werden. 

DFV und AGDW fordern außerdem, dass der Bund eine zentrale Koordinierungsfunktion übernimmt, um die Infrastruktur in den Wäldern über die Ländergrenzen hinweg an die zunehmende Waldbrandgefahr anzupassen. Eine funktions- und leistungsfähige forstliche Infrastruktur mit Nasslagern, Löschteichen, Bahnverladungsstationen, Landeplätzen und gut ausgebauten Wegen im Brand- und Kalamitätsfall sei länderübergreifend erforderlich und vielerorts nicht vorhanden. Der Vizepräsident des DFV verwies darüber hinaus auf die Notwendigkeit von Feuerlöschteichen und -brunnen.

Die Verbandsspitzen appellierten an die Bundesregierung, jetzt gemeinsam mit den Ländern eine Bestandsaufnahme zu machen und einen modernen Waldbrandschutz in der forstlichen Infrastruktur zu verankern. 

Mit Material von AGDW

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