Weihnachtsdekoration mit Tannenzweigen

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Viktoria Hoffmann | am

Weihnachtsdeko aus dem Wald – was darf man aus dem Wald mitnehmen?

Deko aus dem Wald ist kostenlos und oft frischer als Äste und Zweige aus dem Blumenladen. Darf man Weihnachtsdeko so einfach aus dem Wald mitnehmen?

In der Adventszeit schmückt fast jeder sein Zuhause weihnachtlich. In hiesigen Zeiten, in denen Energie knapp und teuer ist, überlegen es sich die meisten Menschen dreimal, bevor sie den elektrisch beleuchteten Weihnachtsbaum an die Steckdose hängen.

Bäume aus Plastik sind zudem nicht besonders nachhaltig. Viel umweltschonender und schöner anzuschauen ist dagegen Deko aus der Natur, wie Äste, Mistelzweige, Moos oder Tannenzapfen. Im Blumenladen hat Naturdekoration allerdings ihren Preis. Schnell kommt man deshalb auf die Idee, sich die Tannenzweige und Zapfen selbst im Wald zusammenzusuchen. Doch ist das erlaubt? Und wenn ja, wieviel darf ich aus dem Wald mitnehmen?

Regeln beim Weihnachtsschmuck sammeln im Wald

Zunächst einmal gilt festzustellen, dass alle Pflanzen, die im Wald wachsen und gedeihen, dem Waldbesitzer oder der Waldbesitzerin gehören. Sie allein entscheiden, was damit geschieht.

Der rechtliche Hintergrund ist in § 39 im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) festgehalten. Der genaue Wortlaut: „Es ist verboten, wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen.“

Diese Ausnahme gilt für Adventsdekoration aus dem Wald

Doch es gibt eine Ausnahme, die sog. Handstraußregel (vgl. § 39 Abs. 3 BNatSchG). Darin steht: „Jeder darf wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen“.

Max Kammermeier, Förster bei den Bayrischen Staatsforsten, erklärt dazu: „Dabei sollte man unbedingt beachten, dass explizit auf die geringe Menge hingewiesen wird. Das meint eine handstraußvoll. Äste, Zweige, Moos und Zapfen darf man also in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf mitnehmen.“

Was zu tun ist, wenn man mehr Weihnachtsdeko braucht

Benötigt man einmal mehr Zweige und Äste, z. B. für die Deko auf der Weihnachtsfeier im Betrieb oder das Krippenspiel an der Schule, muss man unbedingt den Waldbesitzer fragen, ob man mehr sammeln kann. Denn alles, was über den persönlichen Bedarf hinausgeht, bedarf seiner Zustimmung.

Deko im Wald sammeln: Hier ist Vorsicht geboten

Zudem sollten sich Waldsammler unbedingt klarmachen, dass es nicht erlaubt ist, in Naturschutzgebieten nach Tannenzapfen und Zweigen zu suchen. Das könnte die dort heimischen Tiere und Pflanzen stören. Junge Pflanzen und Bäume mit Wurzelballen darf man ebenso nicht entnehmen – das könnte dem Wald schaden.

Ebenfalls ist es ein Tabu, geschützte Pflanzen aus dem Wald mitzunehmen. „Jeder muss sich darüber im Klaren sein, dass jede Entnahme von Pflanzen aus dem Wald Einfluss auf die Biodiversität und die Population nimmt“, sagt Kammermeier.

Wie nachhaltig ist der Weihnachtsbaumanbau?

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