Frauen in der Landwirtschaft

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Janina Schuster | am

Frauen in der Landwirtschaft: Aktionswoche zum Weltfrauentag

Sie sind genau so gut ausgebildet, motiviert und mit Leidenschaft dabei und werden dennoch deutlich schlechter bezahlt. Frauen stehen im Beruf noch immer hinter ihren männlichen Kollegen an, wenn es um die Bezahlung geht.

In keinem Wirtschaftszweig verdienen Frauen mehr Geld pro Stunde als Männer. Im landwirtschaftlichen Bereich sieht es nicht anders aus und das ist ein Problem. In der Regel werden die Höfe nach wie vor von den Vätern an die Söhne übergeben. Die eingeheirateten Frauen arbeiten auf dem Betrieb dann als „mithelfende Familienangehörige“. Einen Lohn erhalten sie dafür nicht und somit auch keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Finanzielle Unabhängigkeit ist bei diesem Modell undenkbar. Doch langsam aber sicher ändert sich etwas an dieser Praxis, stellt Elfriede Werdermann, Geschäftsführerin beim Landwirtschaftlichen Kreisverein Grafschaft Bentheim, fest. Ihr liegt die Absicherung der Frauen auf den Höfen sehr am Herzen und so wirbt sie für ihre Arbeit im Verein: „Da würde ich mir wünschen, dass die jungen Familien und vor allem die Frauen sich Gedanken machen und dabei auch gerne meine und unsere Beratung in Anspruch nehmen, bevor sie zum Beispiel auf einen Hof einheiraten.“

Landvolkverbände beraten

Diese Beratungen sind Teil der Arbeit der 35 Landvolk-Verbände in ganz Niedersachsen und somit leicht in Anspruch zu nehmen. Zum Weltfrauentag am 08. März weist der Landfrauenverband Weser-Ems insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf die Frauen hin, die unter Krieg und somit Vertreibung leiden. „Es sind die Frauen und Kinder, die besonders betroffen sind, sei es durch Flucht, Vertreibung oder Gewalt, die den Frauen angetan wird“, sagt Ina Janshsen, Präsidentin des Verbands. Der Weltfrauentag wird auch vom Landfrauenverband Hannover (NLV) zum Thema gemacht. Ihm wird eine ganze Aktionswoche in den sozialen Netzwerken gewidmet. So sind unter anderem Podcasts geplant, aber auch Portraits und Videostatements.

Auch in Zukunft braucht es den Weltfrauentag

„Sind Männer und Frauen in der Praxis gleichberechtigt? Ganz klar: Nein“, positioniert sich NLV-Präsidentin Elisabeth Brunkhorst. Deshalb brauche es auch in der Zukunft den Weltfrauentag. Man müsse auf das Ungleichgewicht aufmerksam machen. „Vor allem müssen aber alle Männer und Frauen gemeinsam an 365 Tagen darauf hinwirken, dass unsere Kinder diesen Tag nicht mehr begehen müssen“, fordert sie.

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