Der frühere Grünen-Parteichef Cem Özdemir soll Minister für Landwirtschaft und Ernährung werden. 
Ellen Hartmann | am

Die Grünen haben entschieden: Cem Özdemir wird Landwirtschaftsminister

Gestern Abend (25. November) haben sich die Grünen auf ihre Ministerposten geeinigt. So soll der frühere Parteichef Cem Özdemir Minister für Landwirtschaft und Ernährung werden und Steffi Lemken neue Umweltministerin.

Dies gehe aus einem Schreiben von Bundesgeschäftsführer Michael Kellner hervor, das dem ARD-Hauptstadtstudios vorliegt. Laut ARD-Informationen habe es vor der Entscheidung parteiintern eine große Debatte darum gegeben, wer die Ministerposten bekleiden solle. Insbesondere zwischen Realos und dem linken Flügel habe es Streitereien um die Verteilung der Posten gegeben. 

Cem Özdemir als neuer Agrarminister

So soll nun Cem Özdemir neuer Landwirtschafts- und Ernährungsminister werden und die bisherige Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ablösen. Özdemirs Parteikollegin, die frühere Bundesgeschäftsführerin, Steffi Lemke soll Umweltministerin werden und Claudia Roth Staatsministerin für Medien und Kultur. Roth löst damit Monika Grütters von der CDU ab. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hingegen sehen die Grünen als neue Außenministerin, Robert Habeck als Vizekanzler und Minister für Klimaschutz und Wirtschaft. 

Interne Streitereien um Ministerpostern - Hofreiter geht leer aus

Insbesondere der linke Flügel der Grünen soll sich laut ARD-Informationen gegen die Besetzung eines Ministeramts mit Cem Özdemir gewehrt haben. Sie hatten Anton Hofreiter ins Rennen geschickt, der nun jedoch keinen Ministerposten erhalten soll. Traditionell muss die Partei Bündnis 90 - Die Grünen mindestens zwei mehr oder weniger verbindliche Quoten zusammen bringen: das Gleichgewicht beider Flügel sowie von Männer und Frauen. 

DBV: Begrüßen den Vorschlag

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, begrüßt den Vorschlag des Grünen-Politikers Cem Özdemir für das Amt des künftigen Bundesagrarministers. "Er gilt als pragmatisch, ist Baden-Württemberger. Sie wissen, das bin ich auch", sagte Rukwied.

Er sehe gute Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. Die Entscheidung für Özdemir sei auch eine Überraschung für den Bauernverband gewesen. 

Rukwied erklärte, dass Özdemirs deutschlandweite Bekanntheit ein Vorteil für die Interessen der Landwirte sein könne. "Ein prominentes Gesicht im Landwirtschaftsministerium stärkt das Landwirtschaftsministerium", sagte Rukwied.

Als mögliches Konfliktfeld sieht Rukwied den Ausbau der Windkraft und die Flächen, die dafür benötigt werden.

Wer ist Cem Özdemir?

Cem Özdemir wurde am 21. Dezember 1965 in Bad Urach im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Diplom-Sozialpädagoge und hat an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen studiert. Von 2004 bis 2009 war Özdemir Mitglied des EU-Parlaments und von 1994 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2008 bis 2018 war Özdemir Bundesvorsitzender der Grünen. Gemeinsam mit Katrin Göring-Eckardt war er 2017 Grünen-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2017. Bei der vergangenen Bundestagswahl holte Özdemir in seinem Wahlkreis Stuttgart ein Direktmandat mit fast 40 Prozent und erzielte damit das beste Erststimmenergebnis in ganz Baden-Württemberg. 

 

Welche Minister stellen FDP und SPD?

Nun stehen zwei Drittel des Ampel-Kabinetts fest. Bereits am Mittwoch (24. November) hatte die FDP offiziell gemacht, dass Parteichef Christian Lindner Finanzminister werden solle. Parteikollege Marco Buschmann soll Justizminister werden, Volker Wissing Verkehrsminister und Bettina Stark-Watzinger Bildungsministerin. Die SPD hat ihre Minister noch nicht bekanntgegeben. Klar ist nur, dass Olaf Scholz neuer Bundeskanzler werden wird. 

Mit Material von tagesschau.de, Bündnis 90 - die Grünen, Spiegel
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