Hecke am Ackerrand schützt das Klima
Christel Grommel | am

Hecken schützen das Klima

Auf Ackerland angepflanzte Hecken bieten ein großes Klimaschutzpotential. Das zeigte eine Studie des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz.

Eine auf Ackerland neu angepflanzte Hecke von 720 m Länge kann langfristig die gesamten Treibhausgase kompensieren, die ein Durchschnittsdeutscher binnen zehn Jahren emittiert. Das zeigen Berechnungen im Rahmen einer Metastudie, die am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig durchgeführt wurde. 

"Für die Berechnungen haben wir alle verfügbaren Daten zu Humus und Biomasse in Hecken zusammengetragen - 13 Studien und eigene Daten mit insgesamt fast 150 untersuchten Hecken", erklärte Sophie Drexler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Thünen-Institut.

Für die Forscherinnen und Forscher ergab sich ein überraschendes Bild: Pro Hektar werde in einer Hecke im langjährigen Mittel fast genauso viel Kohlenstoff gebunden wie in Wäldern. Dies könne mit der hohen Dichte an Ästen und Zweigen in Hecken und den guten Wuchsbedingungen in der Agrarlandschaft erklärt werden. Besonders viel Kohlenstoff werde auch in den Wurzelstöcken der Hecken gebunden, so Drexler.

Viele positive Effekte

Eine Kommune mit 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern könne Drexler zufolge zum Beispiel die mit dem Milchkonsum verbundenen THG-Emissionen von zehn Jahren durch das Pflanzen von sechs Hektar Hecken und Feldgehölzen kompensieren. Die größte Wirkung für den Klimaschutz entfalteten Hecken, wenn sie auf Ackerböden angepflanzt würden, denn hierbei werde zusätzlicher Kohlenstoff nicht nur in der Biomasse, sondern auch im Boden als Humus gebunden. 

Neben dem Klimaeffekt schützten Hecken den Boden vor Winderosion und hätten eine kühlende Wirkung, hob Drexler hervor. Ein Dürresommer richte in einer heckenreichen Agrarlandschaft weniger Schaden an. Auch viele Tiere und Pflanzen profitierten von den Hecken, da sie Lebensraum und Verbindungsglied zwischen Biotopen seien. "Die vielfältigen Leistungen von Hecken machen diese zu attraktiven Strukturelementen in der Agrarlandschaft", resümierte Projektleiter Dr. Axel Don.

Unklare Bedingungen bei der Förderungen sorgten allerdings dafür, dass viele Landwirte keine neuen Hecken anpflanzen, so Don. Helfen könnten hier Landschaftspflegeverbände und Jagdverbände. 

Mit Material von AgE, Thünen-Institut
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