Überfluteter Acker
Christel Grommel | am

Hochwasser: Landwirtschaftliche Betriebe erhalten Hilfe

Hilfe für die vom Hochwasser betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe kommt: Die Landwirtschaftliche Rentenbank vergibt Darlehen, die EU-Kommission sagte unbürokratische Unterstützung zu.

Die Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands hat auch in der Landwirtschaft zu massiven Schäden geführt. Nun gehen die ersten Programme für eine schnelle Hilfe an den Start. 

Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet ab sofort Darlehen zur Liquiditätssicherung für Unternehmen der Landwirtschaft, des Wein- und des Gartenbaus an, die Schäden durch Unwetter oder Hochwasser erlitten haben. Die Förderdarlehen zur Liquiditätssicherung werden zu den besonders günstigen Konditionen der Rentenbank angeboten.

  • Die Darlehen haben eine Laufzeit von vier, sechs oder zehn Jahren und sind mit einem Tilgungsfreijahr ausgestattet.
  • In der für die betroffenen Betriebe teils sehr angespannten Liquiditätssituation bietet die Rentenbank zusätzlich Tilgungsaussetzungen für bestehende Förderdarlehen an.
  • Die Tilgungsaussetzungen können für einen Zeitraum von einem halben Jahr bis zu zwei Jahren vorgenommen werden.
  • Die Kreditanträge sowie die Anträge zur Tilgungsaussetzung sind an die jeweilige Hausbank zu richten.

Zusagen auf EU-Ebene

Die EU-Kommission sagte zu, entsprechende Anliegen der Mitgliedstaaten rasch zu bearbeiten. Neben nationalen Beihilfen stehen den Mitgliedstaaten für Hilfen für die Landwirtschaft unter anderem auch die Unterstützungsinstrumente in der Zweiten Säule der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik zur Verfügung. Diese erlaubten etwa die Förderung der Wiederherstellung von Produktionskapazitäten.

Für den Wiederaufbau öffentlicher Infrastruktur könnten die Mitgliedstaaten auch den EU-Solidaritätsfonds in Anspruch nehmen.

Bundeskabinett beschließt Soforthilfen

Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung Soforthilfen beschlossen: Konkret wird der Bund sich zunächst mit bis zu 200 Millionen Euro hälftig an den Soforthilfen der Länder beteiligen.

Die Hilfen werden auch zur Beseitigung unmittelbarer Schäden in der Land- und Forstwirtschaft zur Verfügung stehen.

Wesentliche Punkte des Soforthilfe-Programms des Bundes:

  • Zur unmittelbaren Beseitigung von Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur vor Ort sowie zur Überbrückung von Umsatzausfällen und Notlagen beteiligt sich der Bund zunächst mit bis zu 200 Millionen Euro – hälftig – an den entsprechen-den Soforthilfeprogrammen der betroffenen Länder (damit stehen zunächst bis zu 400 Millionen Euro Gesamt-Soforthilfe zur Verfügung).
  • Die Beseitigung der Schäden und der Wiederaufbau der Infrastruktur werden in den nächsten Jahren große finanzielle Anstrengungen erfordern. Auch an diesen Aufbauhilfen sichert der Bund seine finanzielle Beteiligung zu.
  • Der Bund wird sich dafür einsetzen, dass zur Bewältigung der Hochwasserschä-den auch der EU-Solidaritätsfonds einen möglichen Beitrag leistet und die hierfür erforderlichen Anträge stellen.
Mit Material von BMEL, dpa
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