Ina Müller
Maren Diersing-Espenhorst | am

Ina Müller im Interview: „Trecker sind kleine Raumschiffe“

Entertainerin Ina Müller ist auf dem Land aufgewachsen. LAND & FORST sprach exklusiv mit ihr über ihre Kindheit auf dem Hof ihrer Eltern, wie diese Zeit sie prägte und wie sie heute über die Landwirtschaft denkt.

Verfolgst Du die aktuellen Debatten rund um die Landwirtschaft?

Ina Müller: Na klar. Landwirtschaft sind meine Wurzeln. Das lässt man nicht so einfach los. Es ist in einem drin. Ich sehe, dass sich die Landwirtschaft verändert hat. Die Kühe wurden auf Leistung gezüchtet mit riesigen Eutern und wenig Masse. Sie sind seltener auf der Weide, sondern meistens im Stall. Das alles, weil die Bauern heute über die Milchmenge ihr Geld verdienen müssen. Wenn sie für einen Liter Milch nur 30 Cent bekommen, kann das nicht funktionieren. Das ist so, als wenn ich sagen würde: „Hier ist mein neues Album, das ich ein halbes Jahr lang produziert habe. Es kostet 1,40 Euro.“ Das geht nicht, weil ich draufzahlen würde.

Da stimmt was nicht. Milch muss wieder etwas kosten. Dafür muss man aber doch das System oder besser gesagt, die ganze Produktionskette ändern und nicht die Kuh. Kein Wunder, dass die Landwirte Angst haben. Sie spüren, dass es eine Veränderung geben muss, ob sie wollen oder nicht. Aber wie, ist nicht immer klar. Sicher ist nur, den Bauern von früher kann es so nicht mehr geben. Das ist beängstigend und die Landwirte haben mein ganzes Mitgefühl.

Was macht für Dich das Landleben heute aus?

Ina Müller: Seitdem es das Internet und die sozialen Netzwerke gibt, sind die Unterschiede zwischen Stadt und Dorf gar nicht mehr so groß. Da hat sich viel verändert. Die Trecker sind ja auch nicht mehr die Trecker von früher. Die sind ja auch unfassbar teuer. Ich bin letztes Mal Weihnachten durch unser Dorf beim Schmied vorbeigelaufen. Der hat immer drei große Schlepper auf dem Hof stehen. Ich bin heimlich mal hingeschlichen und hab mir die Preise angeguckt. Unglaublich.

Wenn Du heute auf einem Trecker sitzt, umgibt Dich ja ein riesiges Computersystem. Ich bin fast vom Glauben abgefallen, als ich letztens auf so einem Gerät saß. Das ist nicht mehr Trecker fahren wie früher. Das ist ein kleines Raumschiff. Da ist man nicht mehr Treckerfahrer, man ist eher ein Pilot. Du musst als Bauer heute echt clever sein, um die ganzen komplizierten Geräte zu managen. Und du musst dich ja auch mit Gesetzen auskennen, bei denen sich ständig etwas verändert.

Wie war es denn bei Euch auf dem Hof?

Ina Müller: Ich erinnere mich an meinen Papa, der saß immer pfeifend mit den Ellenbogen auf dem Lenkrad auf dem Trecker und hat uns Kinder beim Kühetreiben angetrieben. Damals war die Milch noch was wert. Als dann die Milchquote kam und wir nur noch eine bestimmte Menge abliefern und die restliche Milch wegkippen mussten, tat uns das in der Seele weh. Da merkte man doch schon, dass etwas nicht stimmt. Mir und meinen Schwestern war damals wahrscheinlich schon klar, dass es so, wie es bei uns auf dem Hof lief, nicht weitergehen konnte. Entweder man vergrößert sich oder man hört auf.

Wir haben übrigens auch immer den Tiermarkt in der LAND & FORST gelesen. Und der Bullenkatalog war auch ein Highlight für uns. Was haben wir früher über die Bullen und die Namen gelacht. Am Anfang war die LAND & FORST im Wohnzimmer, bis Papa die durchgelesen hatte und dann lag sie auf der Toilette. Mama liest die Grüne, so heißt sie bei uns, heute noch. Sie und die Nachbarn tauschen die Tageszeitung und auch die LAND & FORST untereinander aus.

 

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