Julia Klöckner
Ellen Hartmann | am

Klöckner: Gemeinsam die Lebensmittelverschwendung senken

In Deutschland landen zu viele Lebensmittel in der Tonne. Dagegen will Bundesagrarministerin Julia Klöckner weiter vorgehen. Gestern stellte sie bisherige Erfolge des Nationalen Dialogforums vor.

Laut der Ministerin seien gerade Dumpingangebote und Dauertiefstpreise ein falsches Signal im Kampf gegen das massenhafte Wegwerfen von Lebensmitteln. Wer keine Wertschätzung für Lebensmittel habe, schmeiße Produkte schneller in den Müll, heißt es. Allerdings gebe es, so der Lebensmittelhandel, keine Belege für "einen Kausalzusammenhang zwischen Aktionsangeboten und der Verschwendung von Lebensmitteln".

Appell, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen

Julia Klöckner appelliert an Verbraucher und an alle Beteiligten der Lebensmittel-Produktionskette, dabei mitzuhelfen, dass weniger Essen in der Tonne landet. 2015 wurde festgestellt: Mehr als zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr im Müll. Dabei entfalle auf die Privathaushalte die Hälfte der Gesamtmenge. Bundesagrarministerin Klöckner will daher bis 2030 die Lebensmittelabfälle halbieren.

Klöckner zieht Zwischenbilanz

Mit der "Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung" will Klöckner ein gesamtgesellschaftliches Umdenken erreichen und Maßnahmen aufzeigen, die die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren sollen. Bis zum Jahr 2023 stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dafür zwölf Millionen Euro zur Verfügung. 

"Mit unserer Strategie gehen wir das Problem der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Versorgungskette an", so die Bundesagrarministerin. "Alle Beteiligten werden in die Pflicht genommen, wir wollen ein Umdenken erreichen – auch mit gesetzlichen Maßnahmen wie aktuell bei dem Verbot unlauterer Handelspraktiken." Ziel sei es, Maßnahmen zu etablieren, damit Abfälle gar nicht erst entstehen können. "Die bisherigen Erfolge zeigen, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Alle Beteiligten rufe ich auf, weiter zielgerichtet und ambitioniert voranzugehen."

 

Das konnte bisher erreicht werden:

  • Bei der Außer-Haus-Verpflegung konnten 25 Prozent der Lebensmittelabfälle reduziert werden
  • Insgesamt haben sich 21 Groß- und Einzelhandels-Unternehmen dazu verpflichtet, Daten in den eigenen Betrieben zu erfassen und mit mindestens einer sozialen Einrichtung zu kooperieren
  • Datenlage der Lebensmittelverschwendung im Einzelhandel konnte verbessert werden

Das sagt der Deutsche Bauernverband (DBV):

Dazu sagt Gerald Dohme, Generalsekretär des DBV: "Auf unseren Betrieben gibt es keine Lebensmittelvernichtung. In der Landwirtschaft wandern Lebensmittel nicht einfach in die Tonne. Bei den meisten der auf einem landwirtschaftlichen Betrieb erzeugten Lebensmittel wie etwa Milch, Fleisch, Getreide, Raps oder Zuckerrüben verlassen fast 100 Prozent den Betrieb zur Weiterverarbeitung oder zum Verkauf. Selbst bei Obst und Gemüse entsteht durch bestehende Handelsnormen kein Abfall.“ 

Dazu gibt Dohme auch Beispiele: Kleinere Äpfel würden zu Saft oder Apfelmus verarbeitet und Erdbeeren gingen in die Marmeladenherstellung, wenn der Einzelhandel sie nicht abkaufe. Er beteuert, dass auf landwirtschaftlichen Betrieben alles daran gesetzt werde, die Lebensmittelverschwendung einzugrenzen. 

Mit Material von BMEL, DBV und dpa
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