Blühstreifen an einem Feld

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Janina Schuster | am

Kompetenzzentrum für Biodiversität von Agravis und BASF

Mit einem Kompetenzzentrum begegnen Agravis und BASF den gestiegenen Herausforderungen an die Landwirtschaft hinsichtlich abnehmender Biodiversität.

Wie lässt sich die Biodiversität in intensiv genutzten Agrarlandschaften steigern, ohne landwirtschaftliche Nutzfläche einzubüßen? Mit dieser Frage beschäftigt sich neben der Politik im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auch die Agravis Raiffeisen GmbH sowie die BASF. Die beiden Unternehmen haben nun ein Kompetenzzentrum für Biodiversität eingerichtet, welche eine Fläche von 120 Hektar umfassen wird. 20 Hektar stammen vom Versuchsgut der Agravis in Münster-St. Mauritz, 100 Hektar vom benachbarten Ackerbaubetrieb Schulze Bockeloh. Dieser ist ebenfalls an dem Vorhaben beteiligt.

Warum biologische Vielfalt?

Biodiversität – das Wort ist in aller Munde, doch was bedeutet es eigentlich? Biodiversität oder auch biologische Vielfalt ist ein Bewertungsmaßstab für die Fülle unterschiedlichen Lebens in einem Landschaftsraum. In intensiv bewirtschafteten Landschaftsflächen geht diese Vielfalt stetig zurück. Und das hat Auswirkungen auf unser Ökosystem. Besonders sichtbar und aktuell diskutiert ist das Thema Insektenschutz. Engagierte Landwirte legen neben ihren landwirtschaftlichen Flächen Blühstreifen an, um Bienen und anderen Tierarten einen Lebensraum zurückzugeben und sie somit zu erhalten.

Eckpunkte des Projektes

Das Kompetenzzentrum möchte sich speziell dem Thema der Maßnahmen für biologische Vielfalt widmen. Bislang standen auf Seite der BASF das „FarmNetzwerk Nachhaltigkeit“ mit 55 Landwirtschaftsbetrieben in ganz Deutschland, die das Kompetenzzentrum nun erweitern. Die Konzerne gaben bekannt, dass dem Projekt ein Jahresbudget von 80.000 Euro zur Verfügung stünde. Angesetzt ist es auf die kommenden zehn Jahre. Somit finanziere man vorwiegend die wissenschaftliche Begleitung. Angestrebt werden etwa 10 Prozent vernetzte Biodiversitätsfläche ohne Ertragsverlust. Michael Wagner ist Vizepräsident der BASF Agricultural Solutions Europa Nord. Er stellt klar, dass diese Flächen für alle Beteiligte finanzierbar gemacht werden müssten. Langjährige Ergebnisse tragen laut Wagner dazu bei, Maßnahmen gezielt ihrer Wirksamkeit und Praxistauglichkeit nach auswählen zu können.

Die Maßnahmen des Zentrums

Die Maßnahmen, die auf dem Versuchsgut untersucht und erprobt werden sollen sind unter anderem mehrjährige Blühstreifen, Brachflächen und Abbruchkanten, die verschiedene Bodenschichten offenlegten. Unterstützung erhält das Zentrum von externen Experten aus Natur- und Umweltschutz. Die überprüften mehrfach im Jahr, wie sich die Insekten- und Vogelpopulation am Standort verändert. Ebenfalls im Fokus der Wissenschaftler: Wildbienen, Laufkäfer und Spinnen. Die Ergebnisse des Monitorings sollen jährlich veröffentlicht werden. Dem Kompetenzzentrum dienen sie der Beratung von Landwirten.

Mit Material von AgE
Biene auf einer Distelblüte

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