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Madeline Düwert | am

Ein Konzept für die Landwirtschaft

Tierwohl, Nachhaltigkeit, Klimaschutz - der Deutsche Bauernverband (DBV) will die heimische Landwirtschaft mit einem Zukunftskonzept stärken. Präsident Joachim Rukwied erklärt den Vorschlag im Interview.

Herr Rukwied, kurz und knapp - wie sehen die Punkte im Zukunftskonzept aus?

Das Zukunftskonzept des Deutschen Bauernverbandes bietet vier Vorschläge, wie sowohl Landwirte als auch Bürger und Verbraucher neues Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit unserer Branche gewinnen können. Ziel des Konzeptes ist es, offene Diskussionen über die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung auf nationaler Ebene anzustoßen und dabei alle Akteure, Gesellschaft, Politik, Verbraucher und Landwirtschaft, zu beteiligen.

Der Vorschlag beinhaltet unter anderem eine Grundgesetzergänzung in Artikel 20a, um diesen mit den Zielen des Schutzes der Ernährungsgrundlagen und des Klimaschutzes zu ergänzen. Hier hat der DBV einen konkreten Formulierungstext vorgelegt. Zudem wird vorgeschlagen, die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) grundlegend zu erweitern und die Mittel dafür aufzustocken.

Weitere Anliegen sind eine verbindliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für nachhaltig erzeugte, heimische Produkte und eine gesetzliche Festlegung, dass zusätzliche flächenbezogene Anforderungen an mehr Biodiversität in der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung prioritär freiwillig umgesetzt und dauerhaft honoriert werden.

Was haben die Landwirte davon?

Als politische Interessensvertretung setzen wir uns dafür ein, dass die gesellschaftlichen Kosten des Umweltschutzes nicht immer weiter auf der Landwirtschaft abgeladen werden. Gerade für den aufkommenden Wahlkampf möchten wir ein Zeichen setzen, dass die Zukunft der Landwirtschaft nicht aus den Augen verloren wird. Wir müssen jetzt mehr denn je über die Zukunft unserer Branche sprechen.

Das sind aber nur Vorschläge. Wie wollen Sie diese konkret umsetzen?

Umsetzen muss das selbstverständlich der Gesetzgeber. Unsere Aufgabe ist es, hier die richtigen Anstöße zu geben.Der DBV kann die gesellschaftliche Debatte beeinflussen und auf die Verbraucher als unsere Partner zugehen.

Handelt es sich dabei also um einen Gesellschaftsvertrag, über den die Politik schon lange diskutiert?

Viele Landwirte fremdeln mit dem Begriff Gesellschaftsvertrag, da die Marktkräfte nicht einfach ausgeblendet werden können. Wir haben vier konkrete Vorschläge gemacht, wie man die Landwirtschaft aus unserer Sicht gesetzgeberisch unterstützen könnte. Wir Landwirte brauchen dringend ein Signal, dass unsere Arbeit auch in Zukunft noch gewollt ist.

Welche Gesellschaftsteile sollten einbezogen werden?

Wir haben durchaus positive Rückmeldungen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und der Politik erhalten, die wir zunächst so gar nicht erwartet hätten. Das bestärkt uns darin, die Debatte über unsere Vorschläge zu intensivieren

Welchen Schritt planen Sie als nächstes?

Wir werden den politischen Dialog weiterführen, insbesondere auch beim Deutschen Bauerntag. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes für eine stärkere Berücksichtigung der Interessen der jungen Generation im Klimaschutz bestärkt uns auf diesem Weg. Wir wollen zeigen, dass unsere Wirtschaftsweise im globalen Vergleich bereits ausgesprochen nachhaltig ist.

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