on_Messstelle
Meinung | Edith Kahnt-Ralle | am

Landesdüngeverordnung - ein Miteinander ist besser

Warum nicht gleich so, möchte man nach der gemeinsamen Pressekonferenz von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Hannover am Montag dieser Woche zu der Landesdüngeverordnung und den Roten Gebieten kommentieren.

Warum konnte das Umweltministerium in Hannover die Gebietskulisse der nitratsensiblen Gebiete nicht gleich so eng ziehen, wie es jetzt möglich ist. Denn nach einer erneuten Feinjustierung aller relevanten Daten sollen die Roten Gebiete nun (nur) noch 24,5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche umfassen.

Ursprünglich nahm die Kulisse der Roten Gebiete in Niedersachsen einmal 60 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein. Der Protest der Landwirtschaft war riesengroß. Zweifel an der Aussagekraft der Messtellen wurden durch ein Fachgutachten bestärkt und die Kritik an der mangelhaften Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Ausweisungsverfahrens riss nicht ab. Auch Klagen der Landwirte vor Gericht sollten die massiven Eingriffe durch strenge, aber von fachlicher Seite oft nicht nachvollziehbare Düngungsauflagen (z.B. minus 20 % beim Stickstoff) von den betroffenen Betrieben abwenden.

Verursacherprinzip in Niedersachsen

Erst durch die Forderung der EU, in Deutschland nach einem einheitlichen Verfahren (AVV) eine Binnendifferenzierung der durch Nitrat belasteten bzw. unbelasteten Gebiete vorzunehmen, kam Bewegung in die Sache. Danach waren dann (nur) noch 31 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Niedersachsen rot, doch die Bauern immer noch auf den Barrikaden, denn nun wurden auch ehemals grüne Gebiete rot.

Die Kritik an den ausgewählten Messstellen reißt nicht ab. Großen Wert legt Niedersachsen jetzt auf das Verursacherprinzip. Der Ansatz wird auch von der Praxis als gerecht empfunden, doch die Datengrundlage dafür als immer noch nicht wirklich aussagekräftig beurteilt.

Phasen-Modell soll für weitere Reduktion sorgen

Massive Proteste bis hin zur winterlichen Mahnwache vor dem Ministerium in Hannover zeigen endlich Erfolg, so scheint es. Jetzt soll in einem Drei-Phasen-Modell die Regionalisierung der Roten Gebiete das Ausmaß dieser Gebiete bis 2023 noch weiter reduzieren. Aktuellste und genauere Daten sind oder werden mittlerweile einbezogen bzw. sollen noch verpflichtend erhoben werden (ENNI).

Miteinander statt gegeneinander

Das Phasenmodell ist das Ergebnis des neu gegründeten Beirats aus den beiden Ministerien, der Landwirtschaft, der Landwirtschaftskammer und der Wasserwirtschaft, Modell Niedersächsischer Weg eben. Warum nicht gleich so, denkt ein jeder, ist miteinander nicht immer besser als gegeneinander?

Die Landwirtschaft bewegt sich seit Jahren in die richtige Richtung, wie die Nährstoffberichte belegen. Und das kostet sie viel Geld. Da ist es nur recht, wenn sich auch Politik und Behörden mehr bewegen.

Freuen wir uns, dass wir mit der Ministerin Barbara Otte-Kinast und Minister Olaf Lies zwei Minister haben, die willens sind, einen gemeinsamen Weg mit der Land- und Wasserwirtschaft zu gehen. Gute Nachrichten, sie waren bitter nötig.

imago0102754913h.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Mehrleser-Funktion

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Audio und Video

✓ 1 Tag früher informiert

 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Nährstoffbericht - Bedarf und Düngung nähern sich an
  • Pflanzenbau: Tipps zur Zuckerrübenaussaat
  • Tierhaltung: Wohlfühlatmosphäre für Kälber

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen