Wasserstoffmotor von Deutz

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Ellen Hartmann | am

Deutz AG: Chef Hiller will auf Elektroantriebe und Wasserstoff setzen

Die Deutz AG setzt seit vielen Jahrzehnten auf den Dieselmotor für Traktoren und Baumaschinen. Jetzt möchte Chef Frank Hiller der Erste sein, der Elektroantriebe oder Wasserstoffmotoren für Offroadfahrzeuge baut.

Frank Hiller ist seit 2017 Vorstandschef des 1864 gegründeten Unternehmens aus Köln. Die Deutz AG ist übrigens die älteste Motorenfabrik der Welt. Bisher setzte die Firma vor allem auf Dieselmotoren - was sich nun unter der Führung von Hiller ändern soll. Hiller ist jedoch auch davon überzeugt, dass die Deutz AG auch nach 2030 weiter Dieselaggregate verkaufen wird. Dennoch sieht er die Zeit für eine "technologische Revolution" gekommen. 

Deutz will auf Elektroantriebe und Wasserstoff setzen

Künftig soll die Deutz AG auf Elektoantriebe und grünen Wasserstoff setzen, der in Verbrennungs­motoren für Vortrieb sorgen soll. Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) kenne sich Frank Hiller "bestens" mit der Fahrzeugbranche aus, da er nach seinem Studium und der Promotion im Bereich Maschinenwesen unter anderem als Manager für Thyssenkrupp, den Fahrzeug- und Maschinenbauer F. X. Meiller und MAN gearbeitet habe. 

"Deutz wurde 1864 gegründet", so der Vorstandschef gegenüber dem RND. "Damit sind wir in unserer Branche ein echter Dino, aber einer, der sich gerade häutet und seiner Umwelt anpasst. Wir waren die erste Motorenfabrik der Welt. Unser Thema war immer und ist es noch heute: Antrieb. Dieses Thema wird es auch noch in 1000 Jahren geben. Bloß das Medium, das den Antrieb erzeugt, verändert sich. Zum Diesel kommen bei uns nun die Themen Elektrifizierung und Wasserstoff."

 

Wasserstoffmotor von Deutz

Deutz will alternative Antriebe im Offroadsegment etablieren

"Für uns kommen alternative Antriebe in zunehmendem Maß auch für Lkw, Nutzfahrzeuge und Schiffe infrage", erklärt Hiller weiter. "Wir werden elektrisch betriebene Baumaschinen und einen Wasserstoff­motor für Baumaschinen und Traktoren entwickeln. Seit 2017 investieren wir in diese Technologien. Wir wollen die Ersten sein, die im Offroad­segment mit alternativen Antrieben kommen." Momentan arbeitet die Deutz AG an einem Projekt, bei dem es um ein Aggregat geht, das Wasserstoff verbrennt, obgleich der Wirkungsgrad von Verbrennungs­motoren weit unter batterie­elektrischen Antrieben und Brennstoffzellen liegt, die ebenfalls Wasserstoff einsetzen.

Ohne staatliche Förderung geht es aber nicht

Bei der technischen Transformation des Unternehmens gehe es aber auch nicht ohne die finanzielle Unterstützung des Staats. "Deutz zum Beispiel muss eine technologische Revolution bewältigen, die es so in den vergangenen 150 Jahren nicht gab", sagt Hiller dem RND. "Bei Förderprojekten wie den Kaufprämien für Fahrzeuge sind die Landmaschinen und Baumaschinen durch den Rost gefallen. Uns würde es schon sehr helfen, wenn vorgeschrieben würde, dass beim Einsatz von Baumaschinen im innerstädtischen Bereich nur noch elektrische Antriebe erlaubt sind – um die völlig unterschätzten enormen Belästigungen der Bürger mit Lärm und Abgas zu verringern. Damit würden zugleich die klassischen Schlüssel­industrien Fahrzeug- und Maschinenbau gefördert, denn das sind die Kunden für unsere Motoren."

Neue Wege gehen mit dem Wasserstoffmotor

Deutz will mit dem Wasserstoffmotor neue Wege gehen. Allerdings ist der bisherige Prototyp nur für die Stromerzeugung gedacht. Ökostrom wird in hier in Wasserstoff umgewandelt, um ihn in einem Motor zu verbrennen, der dann wieder Strom erzeugt. Ein großer Teil der Energie geht durch Umwandlungen aber verloren. Was nützt der Motor also? "Der Motor ist ein Prototyp, der rund um die Uhr laufen soll, um ihn zu testen. Er kann als Notstromaggregat dienen. Aber wir zielen darauf ab, den Motor in Schienenfahrzeugen, in großen Baumaschinen sowie schweren Ackerschleppern einzusetzen. Letztere bräuchten bei einem E-Antrieb einen eigenen Anhänger nur für die Batterie."

Mit Material von RND

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