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Cord Leymann | am

Diepholz: Die neue Halle in der alten Scheune

Landwirt Dirk Landgraf aus Lüdersbusch bei Diepholz hatte eine Nuss zu knacken: Die alte Scheune sollte weg und eine neue Maschinenhalle auf diesen Platz. Eine knifflige Angelegenheit, wie hat es geklappt?

Wenn Dirk Landgraf zurückdenkt, dann hat sich in den vergangenen acht Jahren viel auf dem Betrieb in der Randlage zur Stadt Diepholz getan. Er ist seit 2011 Landwirt im Nebenerwerb, hauptberuflich arbeitet er seitdem als Berufsschullehrer in Osnabrück-Haste und lebt mit Ehefrau und drei Kindern auf dem Hof.

„Anfänglich war der Schritt in den Nebenerwerb nicht einfach für meine Eltern und für mich. Doch wer A sagt, muss auch B sagen. Als die Milchkühe vom Hof geholt wurden, da wurde einem schon anders“, sagte Landgraf bedrückt.

Doch den Schritt habe er nicht bereut. In relativer Nähe zur Stadt Diepholz gab es seinerzeit keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Deshalb der Schritt in eine neue Richtung.
Mittlerweile mästet er im alten Boxenlaufstall um die 50 weibliche Rinder, in den übrigen Stallungen befinden sich 32 Bullen.

Ein weiteres Steckenpferd sind seine zwei Angus-Mutterkühe. In Bewirtschaftung sind 60 ha, acht Hektar hat er momentan für ein Jahr an einen Nachbarn verpachtet wegen der trockenheitsbedingten Futterknappheit. Zu den 60 ha gehören zwölf Hektar Grünland, zehn Hektar Silomais Raps, Wintergerste, Roggen und Triticale.

Kein Komplettabriss

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Die neue Halle wurde auf der alten Fläche einer Scheune errichtet. Neben der neuen Halle befindet sich rechts eine Maschinenhalle aus dem Jahr 1985. Landgraf: „Wir haben die alte Scheune nicht zu 100 Prozent abgerissen. Es sind zwei Mauern stehengeblieben. Die Herausforderung war eine Halle zu bauen, die nicht von der Stange kommt, sondern eine Maßanfertigung sein musste.“ Das hat sich zwar auch auf den Preis ausgewirkt, aber es ging halt nicht anders.

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Gebaut hat er mit der Firma Kranen, nachdem er sich diverse Hallenbau-Adressen aus der LAND & FORST notiert hatte. Nach dem Vergleichen einiger Angebote, war die Entscheidung klar.
Überzeugt hat ihn auch die individuelle Beratung vor Ort. Im gemeinsamen Gespräch wurden die Wünsche und Vorstellungen besprochen.

Optische Hallen-Symmetrie

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„Wie es so ist, hatten wir auch keine optische Symmetrie und es musste sehr genau geplant werden“, betonte Landgraf. Speziell bei den beiden Toren kam es auf akkurates Arbeiten an. Alles, was ausgeglichen werden musste, wurde exakt ausgeführt. Kranen arbeitet mit der Firma Niederrhein Technik zusammen.

Viel Eigenleistung

Die Kernhalle hat die Maße 14 mal 23 Meter und ist auf den Seiten je drei bzw. fünf Meter angeschleppt. Unter dem Strich ist die Halle dann fast quadratisch. Die Dach-neigung liegt bei 15 Grad, die Tore sind 4,20 Meter hoch, die Gesamthöhe liegt bei knapp sechs Metern. Photovoltaik ist bis jetzt kein Thema. „Allerdings spiele ich mit dem Gedanken mir ein Elektroauto zu kaufen, da könnte ich diese Energiequelle gut nutzen“, sagt Landgraf.

Auch über die Lichtplatten wurde konstruktiv diskutiert.Schließlich habe man sich auf eine entsprechende Anzahl geeinigt. Die gesamte Lichtin-stallation, LED-Lampen, in der Halle sowie das Verlegen der vorhandenen Pflastersteine für den Boden wurden in Eigenleistung erbracht. Als Dacheindeckung sind Faserzementplatten eingesetzt worden.

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Übrigens: Auf dem Hofgelände und in direkter Nachbarschaft findet jährlich Anfang August das Appletree Garden-Festival, ein dreitägiges Open-Air-Festival, statt. Außerdem betreibt Landgrafs Ehefrau Simone einen Saalbetrieb. Dort sind Familienfeiern von 30 bis 150 Personen möglich und die Chefin kocht selbst. (Cord Leymann)

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