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Ulrich Lossie, DEULA-Nienburg | am

Feldroboter im Einsatz: Ohne den Menschen geht es dennoch nicht

Dem Ackerbau steht die größte landtechnische Revolution seit 100 Jahren bevor. Ulrich Lossie von der DEULA in Nienburg zeigt den aktuellen Stand der autonomen Technik auf und erklärt, was es jetzt schon zu beachten gilt.

Für Hersteller autonomer Landtechnik stellt sich die Frage: Wann wird in den unterschiedlichen Absatzmärkten welche Technik im großen Umfang nachgefragt werden? In der Industrie ist laut IFR (International Federation of Robotics) in den vergangenen zehn Jahren weltweit eine jährliche Wachstumsrate von 10 % beim Absatz von Robotern zu verzeichnen gewesen. In den Bereichen Medizin, Service und Transport werden in Zukunft noch größere Wachstumsraten erwartet.

Autonomer Feldroboter aus Osnabrück

Die Verteilung von Gold- und Silbermedaillen der DLG zeigt den Trend deutlich auf. Von den 17 Prämierungen gingen fünf in Richtung Feldroboter bzw. Teilautomatisierung einer Feldarbeit. Alle großen Landtechnikhersteller und viele kleinere Startups arbeiten zurzeit an serienreifen Systemen. Die einzige Goldmedaille ging an die Nexat GmbH aus der Region Osnabrück. Das Startup hat ein dieselelektrisches Trägerfahrzeug für große Arbeitsbreiten entwickelt. Im Straßenverkehr erfolgt die Bedienung komplett durch den Fahrer, nur im Feldeinsatz ist ein autonomer Betrieb möglich. Auch, wenn dieses Konzept weniger für den klassischen deutschen Familienbetrieb entwickelt wurde, zeigt es doch deutlich mögliche Entwicklungswege in der Landtechnik auf.

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Autonome Technik: Wie ist das mit der rechtlichen Zulassung?

Wie ein Paukenschlag hat auch die jüngste Meldung von John Deere Anfang Januar für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen hat auf der CES Technologie Messe in Las Vegas den autonomen 8R Traktor vorgestellt und den Verkaufsstart für Amerika noch für dieses Jahr angekündigt. Laut John Deere ist ein Verkauf in Europa aus sicherheitstechnischen Gründen zurzeit nicht vorgesehen. Eine Kernfrage für autonome Maschinenkonzepte bleibt also die rechtliche Zulassung, sowohl im Feldeinsatz als auch für den Straßentransport. Laut europäischer Maschinenrichtlinie ist eine Gefährdung sicher auszuschließen. Für eine unbeaufsichtigte Maschine im Feldeinsatz wird daher von den Herstellern ein komplexes Sicherheitssystem benötigt und zusätzlich werden Fahrgeschwindigkeit, Antriebsleistung und Einsatzgewicht begrenzt.

Einsatz im Bioanbau: Der FD20 vom dänischen Hersteller Farmdroid

Zu den inzwischen etablierten Systemen gehört sicherlich der FD20 vom dänischen Hersteller Farmdroid. Auch wenn diese Technik zurzeit nur im Bioanbau von Zuckerrüben und Gemüse wirtschaftlich ist, so lässt durch die Kombination mit einem Spotspray-System auch für den konventionellen Betrieb eine zukunftsfähige Technik für die Aussaat und Pflege von vielen Feldfrüchten ableiten. Weitere Verbesserungen im Bereich Genauigkeit, Hangtauglichkeit und Flächenleistung sind zu erwarten.

Apfelernte.

Worauf setzen die großen Marken?

Während bislang bekannt gewordene Autonomie-Projekte von Horsch, JD, und CNH eher auf Großmaschinen und damit auf Osteuropa und Amerika abzielen, hat Fendt bislang nur seine Schwarmlösung Xaver vorgestellt. Xaver besteht zur Zeit aus mehreren kleinen batteriegetriebenen Robotern zur einreihigen Einzelkornsaat. Diese Technik ist für kleine Strukturen sicherlich interessanter und bietet rechtliche Vorteile. 

Claas setzt in Kooperation mit dem niederländischen Unternehmen AgXeed B.V. auf eine mittlere Lösung mit einem 156 PS starken dieselelektrischem Antrieb, Dreipunktanbau, Zapfwelle und Standarthydraulikanschlüssen. Der sogenannte AgBoot wird in diesem Jahr in geringer Stückzahl auf europäischen Feldern zu sehen sein.

Effizientere Arbeit durch Roboter?

Letztendlich entscheidet die Wirtschaftlichkeit darüber, wie schnell die Robotik die Felder erobern wird. Bei den Kosten stehen die Einsparungen für Kabine, Federung, Arbeitslicht und Bedienung dem Mehraufwand für redundante Steuerungssysteme und Kollisionsvermeidung gegenüber. Gleichzeitig ist natürlich die höhere Auslastungsquote zu bedenken, denn ein Roboter braucht keine Pausen, lediglich das Nachfüllen der Betriebsstoffe und die tägliche Wartung verhindern einen 24/7 Einsatz. Eine frühzeitige Weichenstellung, um einen großen Umfang an Kompetenz in der Landwirtschaft zu belassen, ist unerlässlich für eine Wertschöpfung an der Basis.

Den ganzen Beitrag zum Thema finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & FORST 04/21. 

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