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Hans-Jürgen Technow, LWK Niedersachsen | am

Gülleausbringung: So verläuft sie optimal

Durch streifenförmige Gülleausbringung im Getreide mit bodennaher Ablage bzw. direkter Einbringung, lassen sich Ammoniakverluste senken und die Stickstoffausnutzung für die Pflanzen verbessern. Was ist zu beachten?

Schleppschlauch, Schleppschuh und Schlitzverfahren haben bei der Gülleausbringung ihre speziellen Vorteile, aber auch bestimmte Anforderungen, die im praktischen Einsatz berücksichtigt werden müssen.

Gerade in den Veredelungsregionen ist es das Ziel, den N-Mineraldüngereinsatz weiter zu reduzieren. Es sollten daher alle Möglichkeiten genutzt werden, um eine möglichst hohe N-Verwertung durch die Pflanze zu erreichen. Neben der Ausbringtechnik sind hier die begleitenden Einsatzbedingungen von entscheidender Bedeutung.

Emissionsminderungsraten

Die Höhe der Ammoniakemissionen wird vorrangig durch die Kontaktfläche zwischen Wirtschaftsdünger und Luft bestimmt. Durch den Einsatz von Schleppschläuchen lassen sich die Ammoniakverluste auf bewachsenen Ackerflächen im Mittel um ca. 30 % gegenüber der Breitverteilung reduzieren.

Schleppschuhverteiler reduzieren diesen Wert auf ca. 60 %. Mit der Schlitztechnik lassen sich im Schnitt weitere 10 bis 20 % Verluste einsparen. Durch das Anritzen der Bodenoberfläche kommen höhere Anteile des flüssigen Substrates mit dem Boden in Kontakt, infiltrieren besser und höhere Ammoniumanteile können sich an die Ton- und Humuskomplexe des Bodens anlagern. Je besser es gelingt, den Kontakt der Gülle mit dem Boden herzustellen und je weniger auf der Oberfläche der Pflanzen anhaftet, desto geringer sind die Ammoniakverluste.

Schleppschlauch oder -schuh?

In den vergangenen Jahren kommen verstärkt Schleppschuhverteiler zum Einsatz. Gründe sind zum einen die geringeren Emissionsraten gegenüber dem Schleppschlauch und zum anderen die flexibleren Einsatzmöglichkeiten. Beim Einsatz der Schleppschläuche ist anzumerken, dass diese häufig nicht nach den Regeln der "guten fachlichen Praxis" eingesetzt werden. Zu nennen sind hier die hochgestellten, "schwebenden Verteiler". Schleppen heißt über den Boden ziehen. Dies beinhaltet, in Kombination mit den versteiften Aufgabeschläuchen, einen guten Bodenkontakt und eine bessere Gestängeführung. Ein schwebender Verteiler hat aufgrund des aufgefächerten Güllestroms und des breiteren Ablagebandes höhere Emissionsraten.

Schleppschuhe auch im Grünland nutzbar

Während Schleppschläuche bevorzugt im Ackerbau eingesetzt werden, sind Schleppschuhe auch im Grünland nutzbar. Mittlerweile sind auch beim Schleppschuh Arbeitsbreiten von 30 Meter erhältlich. So können auch hier größere Fahrgassenabstände genutzt werden. Für die betriebliche Eigenmechanisierung werden aufgrund der bevorzugten Güllewagengröße von bis zu 18 m³ in der Regel Arbeitsbreiten von 15 bis 18 Meter gewählt.

Das Schlitzen im Getreide

Im stehenden Getreide sind hohe Arbeitsbreiten anzustreben. Dadurch kann der Anteil der Spuren zwischen den Fahrgassen reduziert werden. Mittlerweile werden auch Schlitzgeräte mit größeren Arbeitsbreiten von 12 und 15 bis zu 18 Metern angeboten, sodass der Spuranteil deutlich reduziert werden kann.

Zu beachten ist jedoch, dass die Schlitzgeräte, je nach Ausstattung, hohe Gewichte von bis zu 370 kg je Meter Arbeitsbreite aufweisen können. Diese müssen besonders auf dem Vorgewende durch das Trägerfahrzeug aufgenommen werden, wodurch gerade hier Bodenverdichtungen auftreten können.

Pflanzenbeschädigung gering halten

Die Schlitztechnik weist gegenüber dem Schleppschuh eine Emissionsminderung von etwa 10 bis 20 % auf. Die höhere Nährstoffeffizienz spiegelt sich aber nicht unbedingt in einem höheren Ertragspotenzial wieder, sondern es ist eher auf Höhe der Schleppschuherträge anzusetzen. Ursächlich dafür können Pflanzenbeschädigungen sein. Um sie möglichst gering zu halten, sollte das Schlitzen zu einem frühen Zeitpunkt erfolgen. Das steht aber oftmals nicht mit den für eine Befahrung optimalen Bodenverhältnissen im Einklang. Dadurch können die für dieses Verfahren zur Verfügung stehenden Einsatzfenster verkürzt sein.

Vereinzelt kann es, je nach Ausstattungsvariante der Schlitzgeräte, gerade bei einer lockeren und unebenen Bodenoberfläche zu Erdaufschiebungen vor den Scheiben kommen. Eine exakte Tiefenführung der einzelnen Scheiben und schwimmende Gewichtsverteilung auf alle Schare ist daher von besonderer Bedeutung.

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