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Christian Mühlhausen | am

Hoch hinaus mit der Drohnentechnik

Drohnen etablieren sich zunehmend in der Landwirtschaft – ob bei der Kitzrettung, der Wildschadensschätzung oder der Dokumentation der Bestände. Auch die DEULA in Hildesheim setzt in Seminaren auf das Thema Drohne.

Waren Luftbilder früher etwas Exklusives, sind Drohnen heute vielerorts anzutreffen. Auch viele technikinteressierte Landwirte nennen mittlerweile eine Drohne oder präziser gesagt: „Kopter“ ihr Eigen oder planen eine Anschaffung – zumal die auf dem Markt verkauften Lösungen („out-of-the-box“) sehr anwenderfreundlich und intuitiv zu fliegen, zudem mittlerweile bezahlbar sind. Gute Lösungen gibt es bereits für um die 1.000 Euro. Doch welche Drohne ist die richtige für mich, welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, was darf ich und was nicht?

Ein weites Feld - Seminare geben Aufschluss

Aufschlussreich dazu sind Seminare der DEULA Hildesheim, die das Thema schon vor einigen Jahren in ihr Programm aufgenommen hat – vom Basis-Einsteigerseminar bis zum Drohnenführerschein. Dabei wird auch immer wieder deutlich: Drohnentechnik ist ein weites Feld und mit der richtigen Ausrüstung ist fast alles möglich, gerade auch in der Landwirtschaft. So kann mit Drohnentechnik eine Landvermessung in 2D oder sogar in 3D erfolgen, in Kombination mit anderen Techniken wie etwa der Nahinfrarotspektroskopie, können sogar Ertragsschätzungen vorgenommen und Streukarten für die Düngung angefertigt werden.

Strenge Regeln für den Einsatz

Kopterpiloten sollten sich bewusst machen, dass sie „Teilnehmer am Luftverkehr“ sind und es durch den Drohnen-Boom der vergangenen Jahre zu strengeren gesetzlichen Regeln gekommen ist. Diese haben sich durch die EU-Drohnenverordnung seit Jahresbeginn noch verschärft. Kopterpiloten sollten mit den wichtigsten Regelungen vertraut sein.

Drohneneinsatz: So ist die aktuelle Gesetzeslage bei uns

Seit dem 1. Januar 2021 gilt die neue, einheitliche EU-Drohnenverordnung. Kurz sagen kann man: Drohnen dürfen weiter benutzt werden, es wird mitunter aber komplizierter.

Die wichtigsten Änderungen für alle privaten und dienstlichen Drohnenpiloten sind:

  • Die maximale erlaubte Flughöhe erhöht sich in Deutschland von bisher 100 auf 120 Meter, ist aber weiterhin von den jeweiligen Lufträumen abhängig.
  • Drohnen unter 250 Gramm darf jeder ab 16 Jahren selbst fliegen, aber nur wenn keine Kamera verbaut ist. Unter 16 Jahren darf eine Drohne generell nur unter Aufsicht geflogen werden.
  • Alle Drohnenpiloten, die ab 2021 Drohnen mit verbauter Kamera oder Drohnen über 250 Gramm Gewicht fliegen, müssen sich beim Luftfahrtbundesamt registrieren, um eine elektronische Betreiber-ID zu erhalten, die an der Drohne angebracht werden muss. Eine spezielle feuerfeste Plakette mit persönlichen Daten wie bisher ist dann aber nicht mehr erforderlich. Es gibt eine Übergangsfrist bis zum 30. April 2021.
  • Wer Drohnen über 250 Gramm fliegt, muss nach einer Übergangsfrist von einem Jahr (bis dahin gelten für mache Piloten die bisherigen nationalen Regeln) dann ab 1. Januar 2022 mindestens der EU-Kompetenznachweis („kleiner EU-Drohnenführerschein“, Katalog aus 40 Fragen) zum Drohnenfliegen erbringen, bei größeren Drohnen auch das EU-Fernpilotenzeugnis („großer EU-Drohnenführerschein“). Beide sind fünf Jahre gültig und müssen jeweils durch Wiederholungsprüfungen oder durch Auffrischungskurse verlängert werden. Bereits erworbene, alte Drohnenführerscheine behalten für 2021 ihre Gültigkeit, müssen aber im Laufe des Jahres umgewandelt werden.
  • Eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung ist verpflichtend. Sie ist bei manchen Anbietern aber bereits in betrieblichen oder privaten Haftpflichtversicherungen enthalten.
  • Zukünftig werden in der EU alle Drohnen in eine von fünf Risikoklassen C0 bis C4 eingeteilt. Führerscheinfrei ist lediglich die Klasse 0, die weniger als 250 Gramm wiegen, ohne Kamera ausgestattet und nur in direkter Sichtverbindung zum Piloten geflogen werden dürfen.
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