Kartoffellager
Werner Raupert | am

Kartoffellagerung: Damit Knollen ihre Qualität behalten

Die Vermarktung hochwertiger Kartoffeln setzt optimale Lagerbedingungen voraus. Zunehmend wird deshalb in Kartoffellagern eine Kühlung eingebaut.

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Der Einsatz der maschinellen Kühlung in der Kartoffellagerung hat zugenommen. Dieser Trend ist besonders beim Speise- und Vermehrungskartoffelanbau zu erkennen, bei denen eine "Kaltlagerung" der Kartoffeln bei etwa 4 bis 5 °C zur Qualitätserhaltung über mehrere Monate dominiert. Insbesondere in "Problemjahren" mit warmen Herbst- und Wintermonaten sind die Belüftungsmöglichkeiten mit kalter Außenluft zur Wärmeabfuhr aus dem Lager häufig stark eingeschränkt. So ist eine gezielte Temperaturabsenkung oder das Halten der Lagertemperatur kaum möglich. Die damit verbundene Qualitätsminderung über eine erhöhte Keimbereitschaft der Knollen oder die Zunahme von Lagerkrankheiten, wie Silberschorf oder Knollennassfäule, kann die Vermarktungsfähigkeit einer Partie reduzieren und zu deutlichen Preisabschlägen führen. Im schlimmsten Fall können sogar Totalverluste auftreten.

Verluste durch verminderte Lagerfähigkeit

Erschwerend kann bei der Lagerung Losschaligkeit, offene Lentizellen oder einen witterungsbedingt hohen Infektionsdruck mit Nassfäulebakterien sein, dem über eine gezielte Temperaturführung und -absenkung im Lager häufig nicht begegnet werden kann. Sie mindern die Lagerfähigkeit und können zu Totalverluste führen. 

Möglichst geringe Entfeuchtung der Raumluft

Der Einsatz der maschinellen Kühlung ermöglicht eine von der Außenluft unabhängige Wärmeabfuhr und damit eine planbare Temperaturführung im Lager. Zudem wird mit der Kühlung eine möglichst geringe Entfeuchtung der Raumluft angestrebt, um die Gewichtsverluste der Kartoffeln durch die Wasserabgabe über die Schale zu begrenzen. In den meisten Fällen wird eine unterstützende Kühlung installiert, die einen Außenluftbetrieb mit einer technischen Kälteeinrichtung kombiniert. Dabei "unterstützt" die Kälteanlage den Außenluftbetrieb nur dann, wenn keine günstige, das heißt kältere Außenluft zur Verfügung steht. Hinter dieser Konzeption steht die Begrenzung des sehr energie- und damit kostenintensiven Betriebes einer maschinellen Kühlung.

Daneben werden Kartoffellager auch ausschließlich mit einer maschinellen Kälteanlage betrieben, bei denen ein Außenluftbetrieb ohne Mischluftregelung nur der Erfrischungsbelüftung zur Kohlendioxid-Abfuhr aus dem Lagerraum dient.

Mit Material von Burkhard Wulf, Versuchsstation Dethlingen, LWK Niedersachsen, Munster
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