Der Lohnunternehmer mit seiner Garford Hacke

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Charlotte Meyer | am

Lohnunternehmen – Hacktechnik als zukünftiges Standbein?

Hacktechnik galt lange als Nischenprodukt. Die Investition eines großen Lohnunternehmens zeigt, dass es nicht mehr so ist.

Hacktechnik wurde bisher fast ausschließlich im Ökologischen Landbau zur Unkrautregulierung eingesetzt. Extreme Beschränkungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, fördern nun das Interesse konventioneller Landwirte an der altbewährten Technik. Ein großes Lohnunternehmen in Nordrhein-Westfahlen erkannte den Bedarf und investierte.

Andreas Nesseler, gründete 1991 zusammen mit seinem Bruder Klaus Reiner das Lohnunternehmen K. und A. Nesseler GmbH, ansässig in Rommerskirchen (Nordrhein-Westfahlen). Spezialisiert ist der Betrieb vor allem auf das Roden, Reinigen, Laden und Transportieren von Zuckerrüben. Seit zwei Jahren bieten sie auch die mechanische Unkrautbekämpfung, beispielsweise in Zuckerrüben, mittels einer Hacke an.  Die LAND & FORST fragte nach :

Was war der Grund für die Investition in eine Hacke?

Ausschlaggebend für den Kauf einer Hacke waren für Nesseler die starken Einschränkungen in der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln 2017/18 für Zuckerrüben, Speiseerbsen, Buschbohnen und Dicke Bohnen. Nesseler, schon immer fasziniert von Hacktechnik, wollte eine Investition wagen. Nach anfänglicher Skepsis habe seine Schwägerin „Finanzministerin des Unternehmens“ das „Okay“ für die waghalsige Idee gegeben, erzählte der Lohnunternehmer lachend auf Nachfrage der LAND & FORST.

Welche Technik nutzt der Lohnunternehmer?

Die Entscheidung fiel auf eine zwölfreihige, 5,40 m breite InterRow Hacke von Garford mit 45er Reihenabstand. Entscheidend waren unter anderem die langjährigen Erfahrungen der Firma mit kameragesteuerten Hacken, der kompakte Verschieberahmen und die vielfältigen Auswahlmöglichkeiten an Werkzeugen wie verschiedene Scharen, die Fingerhacke und Bandspritze.

Wie viel musste investiert werden?

InterRow Hacke der Firma Garford

54.000 € hat der Lohnunternehmer in seine Maschine investiert. Pro Stunde setzt er feste Betriebskosten von 35 € an. Die variablen Kosten lagen in den ersten zwei Jahren des Einsatzes der Hacke bei 10 €. Für 2020 geht Andreas Nesseler von niedrigeren variablen Kosten aus, da anfängliche Investitionen in zusätzliche Ausstattung abgezahlt sind. Ausgaben für Verschleißteile seien der Hauptkostenpunkt.

Unter optimalen Bedingungen können pro Stunde mit der Garford Maschine bis zu 1,7 ha gehackt werden, sagte der Unternehmer.

Würde Nesseler die Anschaffung Berufskollegen empfehlen?

„Die mechanische Unkrautbekämpfung wird auch konventionell größeren Stellenwert einnehmen“, prognostizierte Nesseler. Wenn Sonderkulturen regional sowie flächenmäßig einen hohen Stellenwert haben und dementsprechend die Nachfrage interessierter Kundschaft besteht, könne die Anschaffung einer Hacke lohnend sein, sagte der Geschäftsführer. „Ansonsten ist es sehr zäh.“ Sofern es zukünftig stärkere Restriktionen bei der Zulassung für Pflanzenschutzmittel gibt, könne sich die Hacktechnik weiter etablieren, schätzt der Lohnunternehmer.

„Insgesamt ist es jedoch sehr schwer planbar, wie viel Hektar man pro Jahr macht. Viel passiert kurzfristig und auf Zuruf.“ Ohne die Sicherheit anderer Dienstleistungen „im Rücken“, wäre es für Nesseler eher schwierig die Hacke als Betriebszweig zu erhalten.

Mit Material von Charlotte Meyer

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