Die Maisernte erfolgt häufig durch Lohnunternehmer, die entsprechend bezahlt werden müssen.
Cord Leymann | am

Lohnunternehmer: Qualität und Kosten im Fokus

Im Tagesgeschäft eines Lohnunternehmens gibt es immer wieder Diskussionen mit den Kunden: Ist der Arbeitspreis für eine Dienstleistung gerechtfertigt? War eine Preiserhöhung notwendig?

Landwirtschaftliche Dienstleistungen im 21. Jahrhundert bedeuten ein hohes Maß an Zuverlässigkeit sowie Arbeitsqualität und eine standortgerechte Beratung „on top“. Lohnunternehmer spielen in dem Bereich eine wichtige Rolle.

Die Qualität der Dienstleistungen steht immer in engem Zusammenhang mit ihren Kosten. Gute Betriebsergebnisse werden aber nur durch gute Leistungen und dafür sind optimale Produktionsverfahren  (Technik, Betriebsmittel, Knowhow) grundlegend. Für den Bereich Lohnunternehmen heißt das: Wer viel verlangt, muss auch bereit sein, eine hochwertig ausgeführte Arbeit angemessen zu bezahlen.

Dienstleistungen beginnen und enden im Lohnunternehmen

In einem Lohnunternehmen kommen viele Betriebsfaktoren zum Einsatz und müssen entsprechend entlohnt werden. Das qualifizierte Personal, die moderne Technik,  die praxisgerechte Betriebsstätte und der verpflichtende Bürokratieaufwand „drum herum“ kosten in jedem Lohnunternehmen Geld, sind aber betriebsindividuell in der Höhe. Daher ist eine allgemeingültige Beschreibung der Betriebskosten nicht möglich.

Jeder Kunde hat nur eingeschränkten Einblick in den tatsächlichen Aufwand des Dienstleiters. Die Kosten für Personal, Betrieb und Organisation werden regelmäßig unterschätzt.

Personalkosten wichtig in Lohnunternehmen

Neben dem Urlaubsanspruch des Mitarbeiters, gesetzlichen Feiertagen, Krankheitstagen und Zeiten für die berufliche Weiterbildung belasten insbesondere die betrieblichen Nebenzeiten die Kalkulation. Diese werden für die Arbeitsvor- bzw. -nachbereitung, für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten sowie für die Pflege der Betriebsausstattung benötigt.

In Lohnunternehmen, die hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig sind, können diese internen Nebenzeiten bis zu 50 % der Jahresarbeitszeit ausmachen. Die Personalkosten berechnen sich wie folgt:

  1. Bruttolohn: Stundenlohn des Fahrers inklusive des Arbeitnehmeranteils in der Sozialversicherung. Nach dem Lohntarifvertrag ist der Ecklohn mit 12,50 € festgelegt, wobei höher qualifizierte Mitarbeiter deutlich besser bezahlt werden.
  2. Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft: Die soziale Absicherung der Mitarbeiter ist gesetzlich vorgeschrieben. Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung tragen Arbeitgeber und -nehmer gemeinsam. Dafür zahlen Arbeitgeber anteilig und zusammen mit weiteren Umlagen etwa 22 % auf den Bruttoarbeitslohn des Mitarbeiters.
  3. Urlaubs- und Feiertage
  4. Fortbildung oder Krankheit: Die fortlaufende Qualifizierung der Mitarbeiter ist eine betriebliche und mitunter auch gesetzliche Vorgabe. Alle Formen von Nichtanwesenheit im Unternehmen verursachen Kosten, weil der Mitarbeiter in der Regel sein Gehalt weiterbezieht, aber keinen Umsatz erwirtschaften kann.
  5. Interne Betriebszeiten: Beinhalten Rüst- und Wegezeiten, Zeiten für Wartung und Reinigung der Maschinen. Diese betriebliche Arbeitszeit wird in den Stundenpreis einkalkuliert.
Mit Material von Dr. Martin Wesenberg, BLU
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen