on_Ernte-Maschinenbraende_Foto1_Ausgebrannter Maehdrescher
Henning Leeske | am

Ratgeber: Wenn Mähdrescher Feuer fangen

Brandschutz beginnt immer auch schon vor der Ernte. Eine unterlassene oder häufig nicht gründliche Wartung bzw. Reinigung der Arbeitsmaschinen ist oft mitverantwortlich für eine Brandentstehung.

Ausfälle von Erntemaschinen sind eine nervige Angelegenheit. Besonders in der Erntezeit zählt jede Minute. Sehr ärgerlich, wenn in dieser Zeit das Gerät heißer läuft als geplant, Feuer fängt und abfackelt. Der Totalausfall ist eigentlich immer die Folge und dazu besteht die Gefahr, dass das Getreidefeld mit der Ernte auch noch abbrennt.

Mähdrescher überprüfen

on_Ernte-Maschinenbraende_Foto3_Schroeder-Team

Deswegen gilt Vorsicht und Sorgfalt beim Umgang mit den Erntemaschinen in der täglichen Wartung und Pflege während der Saison, aber auch schon vorher, wenn die Halme und Ähren noch nicht erntereif sind. "Ganz wichtig ist für die Erntemaschinen der Vorerntecheck und der Nacherntecheck, um die Geräte intensiv zu überprüfen", empfahl der Betriebsleiter von Schröder Landmaschinen, Rüdiger Zirm.

Bei diesem Check vor der Erntezeit werde das ganze Gerät an den neuralgischen Punkten gezielt überprüft, um Reparaturen und lange Standzeiten oder Schlimmeres rechtzeitig zu vermeiden.

Das sollten Sie vor der Ernte prüfen

  • Kugellager: Die sonst schwer zugänglichen Kugellager innerhalb eines Mähdreschers werden freigelegt und auf Lauffähigkeit sowie Rollgeräusche bei Motorstillstand überprüft. So läuft der Kugellager im Erntebetrieb nicht fest und es gibt keine Brandgefahr.
  • Keilriemen: Auch dieser sollte überprüft werden, um später Stillstand zu verhindern.
  • Schmierung: Die korrekte Schmierung der Kettenantriebe und der Umlenkrollen sollte geprüft werden, auf die genaue Dosierung durch die automatischen Pinsel ist zu achten. Schmiert der Pinsel zu viel, tropft es herunter, was auch für die Umwelt schlecht ist. Viel zu wenig geschmiert laufen die Ketten heiß.

Das gehört zur täglichen Kontrolle

  • Diese Schmierfunktion kann und sollte auch in der täglichen Kontrolle überprüft werden. 
  • Die hydraulische Steuerung, Umlenkrollen sowie die abisolierte Elektrik mittels Kompressor von Gestreu und Staub befreien.
  • Ansaugfilter auf dem Dach überprüfen, dieser muss frei sein, damit genug Luft für die ganze Maschine angesaugt werden kann.
  • Hydraulikschläuche auf Öllecks überprüfen: Hydrauliköl ist sehr leicht brennbar! Auch beim kleinsten Leck besteht sofort Handlungsbedarf. 
  • Abgasnachbehandlungsanlage auf dem Dach von Streu und Staub befreien.
  • Im Bereich einer Rundballenpresse oder Packenpresse Materialstau durch regelmäßige Sichtprüfung verhindern.

Betriebsabläufe optimieren und Mähdrescher versichern

Schon der betriebliche Ablauf kann laut Zirm große Havarien oder Vollbrände verhindern, wenn für jede Maschine ein Mitarbeiter hauptverantwortlich für die Pflege und Wartung sein muss. "Sonst verlässt sich jeder auf den anderen", so Zirm.

Als Experte für Landmaschinen wies Zirm noch auf die dringend notwendige Versicherung der Erntemaschinen hin. Idealerweise versichert der Besitzer die Geräte auf Neuwert, aber zumindest auf den Zeitwert oder Wiederbeschaffung. So könne wenigstens auch bei älteren Mähdreschern, die sehr günstig bei kleineren Flächen dreschen, oder bei betagten Pressen leichter Ersatz für die nächste Ernte beschafft werden.

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