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Prof. Dr. Ludwig Volk | am

Ratgeber: Traktorreifen richtig wählen

Die Auswahl des richtigen Traktorreifens ist nicht immer ganz einfach. Welcher ist der richtige Traktorreifen und welcher Reifendruck passt zum Acker, der Wiese oder der Straße? Viele Fragen und Details sind vor dem Kauf zu klären.

Der Traktor und die Maschine haben nur die Kontaktflächen der Reifen mit dem Boden, um Gewicht abzustützen und die Motorleistung zu übertragen.

Mit neuen „IF“ und „VF“ Reifenangeboten wird mehr Bodenschonung machbar. IF- und VF-Reifen haben flexiblere Flanken, mehr Bodenkontaktfläche und ziehen und tragen mit weniger Reifendruck. (IF= Improved Flection, VF = Very high Flection).

Mit den richtigen Traktorreifen die Maschine besser machen

Gute Traktoren sind besser, wenn die richtigen Reifen montiert sind und der Reifendruck für Acker und Straße aus der Kabine eingestellt wird. Der Fahrer verlässt sich beim Lenken, Ziehen, Bremsen, Tragen und Federn auf die Reifen. Die Motorleistung wird mit den Reifen in Zugleistung umgewandelt. Über 13.000 Landwirte und Lohnunternehmer in Deutschland stellen den Reifendruck in der Kabine passend zum Acker, der Wiese, oder der Straße ein.

Sie machen gute Erfahrungen mit flachen Spuren, weniger Schlupf, mehr Zugkraft, mehr Flächenleistung bei mehr Bodenschutz. Denn weniger Schlupf bringt mehr Flächenleistung und flachere Spuren schützen den Boden. Kaufgründe für Reifendruckanlagen: ca. 10 % weniger Dieselverbrauch, gesparte Traktorstunden, Lohnkosten, Maschinenkosten und besserer Ertrag durch weniger Schadverdichtungen.

Mehr Stollen, weniger Schlupf

Je größer die Kontaktflächen sind, umso flacher wird die Spur, es können mehr Stollenpaare in den Boden eingreifen. Je mehr Stollenpaare sich mit dem Boden verzahnen, umso besser wird die Motorkraft in Zugleistung umgesetzt.

Bei ausgetrocknetem Boden dringen die Stollen nicht ein, sondern rollen leicht auf der tragfähigen Oberfläche. Je mehr Stollen das Drehmoment abstützen, je weniger dieselzehrender Schlupf ist fällig. Außerdem werden der Boden und die Bodenlebewesen durch die geringere Last pro cm² besser geschützt, sichtbar durch flachere Spuren und gleichmäßigen Ertrag. Bei der Reifenwahl werden Sie große, breite, radiale Reifen bevorzugen.

Bei ausgetrocknetem Boden dringen die Stollen nicht ein, sondern rollen leicht auf der tragfähigen Oberfläche. Je mehr Stollen das Drehmoment abstützen, je weniger dieselzehrender Schlupf ist fällig. Außerdem werden der Boden und die Bodenlebewesen durch die geringere Last pro cm² besser geschützt, sichtbar durch flachere Spuren und gleichmäßigen Ertrag.

Kaufgrund Bodenschonung

Beim Neukauf eines gut genutzten Traktors ist die Entscheidung für den bekannten Radialreifen sinnvoll, denn bei Bodenbearbeitung, Saat, Düngung und Transport auf dem Feld ist Bodenschonung ein wichtiger Kaufgrund. Beim Ersatzkauf nach 3.000 bis 6.000 Traktorstunden werden häufig preiswertere Reifen gekauft. Wichtig sind der kompetente Händler und der erfahrene Monteur mit dem geeigneten Montagestand.

Bei Traktorreifen müssen Felge und Reifen passen

Das Einstiegskriterium für die Reifenwahl ist die Felgengröße, die in Zoll angegeben wird. Für Traktoren sind wichtige Felgengrößen, also Durchmesser: 24 Zoll, 28 Zoll, 30 Zoll, 34 Zoll, 38 Zoll, 42 Zoll und 46 Zoll.

Felge und Reifen müssen zusammen passen; prüfen Sie in der Reifenbetriebsanleitung der Hersteller die empfohlene Felge, die Tragfähigkeit des Reifens bei den angestrebten Reifendrücken, die Geschwindigkeitsfreigabe und die Voreilung der Allradachse im Vergleich zur Hinterachse. Die Vorlaufprüfung beim qualifizierten Reifenhändler in der Theorie und durch Messen an den Reifen sollte null bis fünf Prozent betragen; damit die Reifen synchron ziehen.

Qualifizierte Reifenhändler sind wichtig für Beratung, Service und Lieferung.

Die Traktorreifenbezeichnung verrät wichtige Eigenschaften

In der Reifenbezeichnung werden wichtige Eigenschaften genannt. Ein Beispiel: IF 710/85 R38 178 D TL für 185 kW (250 PS) Traktoren:

  • IF: flexible Flanke für niedrigen Reifendruck, auch bei hoher Last;
  • 710: Breite des Reifens in Millimeter = 71 cm;
  • 85: Verhältnis Flankenhöhe (60 cm)/Breite (71 cm) Reifen in Prozent;
  • R: Radialer Aufbau mit langer Bodenkontaktfläche bei z.B. 0,8 bar;
  • 38: Felgen-Durchmesser Zoll, (1 Zoll = 2,54 cm = 96 cm);
  • 178: Tragfähigkeitskennzahl je Rad: 4.875 kg bei 0,8 bar und 65 km/h;
  • 7.500 kg bei 1,6 bar und 65 km/h, je größer der Wert, je tragfähiger;
  • D: Geschwindigkeitssymbol = bis 65 km/h Geschwindigkeit zugelassen;
  • Tubeless: Schlauchlose Reifen.

Reifenverschleiß beim Traktor optimieren

on_Traktorreifen_Foto4-JohnDeere Miststreuer

Reifen auf Traktoren und Erntemaschinen sind teure Produkte mit Verschleißkosten je Traktorbetriebsstunde von z.B zwei bis vier Euro. Sind die Stollen abgenutzt, zwingt der dieselzehrende Schlupf bei Zugarbeiten auf dem Feld oder der Wiese zum Neukauf. Für Straßenfahrten und leichten Arbeiten auf Wiese und Acker sind diese Stollen aber immer noch geeignet.

Deswegen werden Kompletträder saisonal getauscht. In der Bodenbearbeitung mit gezogenen Geräten sollten Sie bei 60 % Stollenverschleiß den neuen Reifen montieren. Je mehr schnelle Straßenfahrten Reifen verkraften müssen, umso höher der Verschleiß. Andererseits ist die Stollenhöhe auf der Straße unwichtig. Der Reifenverschleiß wird wesentlich durch den Fahrstil bestimmt:

  • hohe Geschwindigkeit, auch in Kurven und Kreisverkehren, kostet Diesel und Gummi,
  • starkes Bremsen, anstelle vorausschauend fahren und rollen lassen, kostet Gummi,
  • hohe Achslasten und niedrige Reifendrücke auf der Straße kosten Diesel und Gummi.

Reifenverschleiß auf dem Acker

Auf dem Acker halten Reifen länger, sofern nicht Steine, Risse, Schäden an der Karkasse, Stollenbrüche oder Flankenverletzungen den Stollenverschleiß überholen. Auf dem Acker ist auch das Können des Praktikers mit Bodenzustand, Zeitpunkt der Arbeit, Geräteeinstellung, passender Ballastierung und empfohlenem Reifendruck besonders kostenwirksam.

Gute Fahrer arbeiten mit einem 185 kW (200 PS)-Traktor pro Jahr (800 Betriebsstunden) um ca. 3.000 € günstiger. Weniger Schlupf, mehr Flächenleistung, weniger Diesel, weniger Reparaturen und bessere Arbeit addieren sich.

Fazit

  • Den richtigen Reifen auswählen und mit dem optimalen Druck für die jeweilige Arbeit fahren.
  • Den Fahrstil anpassen.
  • Den Schlupf im Auge behalten.
  • Qualifizierte Beratung in Anspruch nehmen.

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