Im dritten Teil des Schleppertests geht es speziell um die Messergebnisse und Bewertungen der Frontlader an den zehn Traktoren.

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Martin Vaupel | am

Schleppertest: Die passenden Frontlader für 100 PS

Ein 100 PS-Schlepper ist prädestiniert für den Einsatz mit einem Frontlader. Das dachten sich auch die Verantwortlichen des Schleppertests und nutzen die Gelegenheit für weitere Infos rund ums Laden.

Kompakt, wendig und genügend Kraft: So sind Traktoren um die 100 PS, um mit einem Frontlader alle anfallenden Ladearbeiten auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zu meistern. Daher geht es im dritten Teil des Schleppertest speziell um die Messergebnisse und Bewertungen der Frontlader an den zehn teilnehmenden Traktoren. Folgende Frontlader wurden getestet:

  • Case IH L4020T am Case IH Luxxum 100,
  • Claas FL 100C am Arion 420,
  • Deutz-Fahr ProfiLine FZ8 am Deutz-Fahr 5100,
  • Fendt Cargo 3X/65 am Fendt 211 Vario,
  • Hauer LX70 am Lindner Lintrac 80,
  • McCormick M20im am McCormick X5.110,
  • Massey Ferguson FL 3919X am Massey Ferguson 5710M,
  • New Holland 675 LA am New Holland T5.100DC,
  • Valtra G4S am Valtra A105 HiTech4 und
  • Traclift TL 340 SL am Zetor Forterra HSX 110.

So wurden die Schlepper getestet

Mit einer Radlastwaage wurden die Belastung der Vorderachse und das Gesamtgewicht des Traktors bei der Beladung des Frontladers mit einem Gewicht von 1 t und einem Heckgegengewicht von 1 t gewogen.

Die gemessenen Vorderachslasten liegen zwischen 4.680 und 5.580 kg. Die meisten Testtraktoren haben nur eine eingetragene Achslast von 3.000 bis 3.500 kg. Klar, die Achsen halten das aus, aber die gemessenen Werte zeigen deutlich, wie stark die Vorderachsen und die Reifen im Frontladerbetrieb belastet werden. Außerdem ist dies ein Grund dafür, dass Fahrten im öffentlichen Straßenverkehr mit beladenen Frontladern nicht möglich sind.

Neben Hubhöhen, -weiten und Auskippwinkeln wurde auch die Genauigkeit der Parallelführung erfasst. Die Hubkraft wurde am Rücken einer Palettengabel in drei Höhen gemessen. Bei den Bewertungen ging es vor allem um den An- und Abbau der Schwinge und die Bedienung des Frontladers.

Im praktischen Einsatz lag der Bewertungsschwerpunkt beim Zusammenspiel von Traktor und Frontlader (Handling, Steuerung, Übersicht, An- und Abbau der Arbeitswerkzeuge, etc.). Für die Messungen hatten alle Schlepper dieselbe Schaufel oder Palettengabel angebaut.

Die Schlepper hatten unterschiedliche Reifengrößen aufgezogen. Dies ist bei den Ergebnissen zu berücksichtigen. Der Luftdruck war für alle Testkandidaten gleich eingestellt.

Case IH L4020T am Case IH Luxxum 100

Zur Überprüfung der Vorderachslastbelastung, hier der Case IH L4020T, mussten die Frontlader ein Gewicht von 1 t aufnehmen.

Gewichte, Höhen und Weiten: Der Frontlader von Case IH erreichte mit 4,03 m die größte Hubhöhe im Werkzeugdrehpunkt. Mit ausgekippter Schaufel und maximaler Hubhöhe wurde mit 3,12 m die höchste Ausschütthöhe im Test gemessen. Damit lassen sich auch hohe Futtermischwagen beladen, ohne dass man Angst haben muss, an der Oberkante des Mischers hängen zu bleiben.

Das Vorbaumaß von Lenkradmitte bis Vorderkante Schwinge lag 2 cm über den vorgeschriebenen Wert von 3,50 m. Sobald ein Arbeitswerkzeug angebaut wird, ist aber bei allen getesteten Frontladerschleppern der Wert überschritten. Für unübersichtliche Stellen im Straßenverkehr müsste dann offiziell ein Kamerasystem angebaut werden oder ein Einweiser mitfahren.

Hubkraft, Parallelführung, Geschwindigkeit: In einer Höhe von 3,30 m hat der Frontlader 2.025 kg gestemmt, zweitbester. Die Parallelführung der Schwinge, die Case IH von MX aus Frankreich bezieht, erfolgt über zusätzliche Hydraulikzylinder. Mit einem Ankippen der Schaufel von 8° vom Boden bis zur maximalen Hubhöhe, lag die Parallelführung über dem Testdurchschnitt.

Nach Aussage von Case IH hat der L4020T zwei Betriebsmodi: Einen für die Arbeit mit Schaufel und einen für die Palettengabel. Im Test war wohl der „Schaufelmodus“ aktiv, um etwaige Nachrieselverluste zu vermeiden.

An- und Abbau Schwinge und Arbeitsgeräte: Ausnahmslos gute Bewertungen gab es für das An- und Abbauen der Schwinge und der Arbeitswerkzeuge. Die Verriegelung der Schwinge erfolgt halbautomatisch, d. h. die beim Abbau des Frontladers gezogenen Bolzen, verriegeln beim Einfahren automatisch.

Sicht, Bedienung, Einsatz: Mit einer Note von 2,0 haben die fünf Testfahrer den praktischen Einsatz des Luxxum 100 mit Frontlader bewertet. Auch sonst gab es keinen Grund zu Kritik – Joystick Bedienung und Funktion sind okay, Leitungen sauber verlegt, Schmiernippel gut geschützt.

Auf dem Gelände der Deula in Westerstede (Kreis Ammerland) stellten sich in diesem Jahr zehn Traktoren dem Urteil der Experten des LWK-Fachbereichs Landtechnik, Energie, Bauen und Immissionsschutz. Es gab interessante Ergebnisse bei der Prüfung.

Claas FL 100C am Claas Arion 420

Frontscheibe Claas Arion 420: Ohne Sichteinschränkung in der Dachscheibe, hat der Fahrer von unten bis oben alles im Blick.

Gewichte, Höhen und Weiten: Bedingt durch das zulässige Gesamtgewicht des Arion 420 von 8.500 kg wurde trotz 2 t Ballast das Gewicht nicht überschritten, gut. Prima auch die Ausschütthöhe von 3,14 m bei einem Auskippwinkel der Schaufel von 40°.

Hubkraft, Parallelführung, Geschwindigkeit: Mit einer Hubkraft von 2.075 kg hat der Class FL 100C die größte Hubleistung im Test erzielt. Auch der Claas Frontlader kommt von MX, war allerdings mit einer mechanischen Parallelführung ausgestattet und hatte die größte Abweichung bei der Parallelführung von 11°. Das ist zu viel und kann beispielsweise beim Getreideverladen nervig sein, wenn die Getreidekörner auf die Motorhaube rieseln.

An- und Abbau Schwinge und Arbeitsgeräte: Dass zum Abstellen der Schwinge auf beiden Seiten die Stützen extra mit Bolzen gesichert werden müssen, ist umständlich und kam beim Bewertungsteam nicht so gut an.

Sicht, Bedienung, Einsatz: Absolut herausragend ist die sehr gute Sicht auf den Frontlader aus der Panoramic-Kabine. Durch die Frontscheibe, die ohne Sichteinschränkung in die Dachscheibe übergeht, hat der Fahrer von unten bis oben alles im Blick. Im gut positionierten Joystick, über den auch der Schlepper geschaltet wird, ist auch die elektrische Steuerung für den Frontlader integriert – einfach easy.

 

Fendt Cargo 3X/65 am Fendt 211 Vario

Der Frontlader Fendt Cargo 3X/65 war am schnellsten angebaut.

Gewichte, Höhen und Weiten: Die Schwinge des Cargo 3X/65 war mit 715 kg die schwerste im Test und mit der Ballastierung von 2 t wurde das zulässige Gesamtgewicht von 7.500 kg um 550 kg überschritten. Mit einer Hubhöhe von 3,80 m erreichte der Cargo 3X/65 das Mittelfeld der Gruppe. Die Ausschütthöhe bei vollausgekippter Schaufel lag mit 2,50 m unter dem Durchschnitt aller Testkandidaten.

Hubkraft, Parallelführung, Geschwindigkeit: 1.580 kg durchgängige Hubkraft erreichte der Fendt-Frontlader, unter dem Durchschnitt der Testgruppe. Die Parallelführung der Schaufel, die mechanisch über ein Gestänge erfolgt, war mit einer Abweichung von 5° noch ok. Das Anbauen des Frontladers ging „ratz fatz“. Keine Minute hat die Verriegelung, das Anschließen des Multikupplers und das Einklappen der Stützen benötigt, klasse.

An- und Abbau Schwinge und Arbeitsgeräte: Die sehr gut funktionierende automatische Konsolenverriegelung hat sicherlich zum schnellen Anbau beigetragen. Wie bei den anderen Testkandidaten auch erfolgt die Verriegelung der Arbeitswerkzeuge halbautomatisch. Beim Geräteanbau wird das Gerät automatisch verriegelt, indem es vollständig angekippt wird.

Sicht, Bedienung, Einsatz: Über das FendtOne-Terminal können verschiedene Ladezyklen abgespeichert werden. Mit dem Kreuzschalthebel in der FendtOne-Konsole, der griffgünstig neben dem Fahrhebel angeordnet ist, lässt sich der Frontlader sehr feinfühlig und angenehm steuern. Neben der guten Übersichtlichkeit auf den Frontlader aus der Kabine heraus, war das auch ein Hauptgrund für die beste Benotung mit 1,7 durch die Testfahrer.

Im zweiten Teil des LWK-Schleppertests gab es weitere interessante Messungen und Ergebnisse. Zum Beispiel wurden die Leistungen der Heizungs- und Klimaanlage und die Lautstärken der einzelnen Fabrikate in der Kabine gemessen.

New Holland FL 675LA am New Holland T5.100DC

Gute Lösung: Klare, eindeutige Hinweise für den An- und Abbau befinden sich am Frontlader des New Hollands FL 675LA.

Gewichte, Höhen und Weiten: Das zulässige Gesamtgewicht wurde beim New Holland mit angebauter Schwinge und 2 t Ballast am meisten überzogen, um mehr als eine Tonne. Die Messergebnisse zu Hub-, Überlade- und Ausschütthöhe waren alle überdurchschnittlich. Der Lader hat im Test mit 1,24 m die größte Ausschüttweite erzielt. Das sind immerhin 32 cm mehr als der Lader mit der geringsten Weite. Gut für die mittige Beladung von Futtermischwagen und Anhängern.

Hubkraft, Parallelführung, Geschwindigkeit: Mit einer durchgängigen Hubkraft von 1.235 kg hat der Lader die geringste Masse im Test gestemmt und der Ladezyklus dauert mit elf Sekunden recht lange. Die mechanische Parallelführung funktionierte sehr gut und die Schaufel neigte sich lediglich um ein Grad nach vorne.

An- und Abbau Schwinge und Arbeitsgeräte: Der An- und Abbau des Frontladers ging überdurchschnittlich schnell. Leider war die vorgesehene Parkhalterung für den Multikuppler nicht am Test-Frontlader montiert.

Sicht, Bedienung, Einsatz: Die Sicht zum Anbau der Arbeitsgeräte wurde nur mittelmäßig bewertet. Der Frontlader, der von Stoll für New Holland zugliefert wird, war mit der Return-to-level-Funktion ausgestattet. Per Knopfdruck wird die eingestellte Position der Werkzeugstellung wieder angesteuert, angenehmes Arbeiten. Der Aufkleber mit den Anbauhinweisen für den Frontlader ist beispielhaft und hilfreich.

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