Die Flächenleistung, der Dieselverbrauch, der Schlupf und die Spurtiefe werden bei schweren Zugarbeiten von den Bodeneigenschaften und den Fähigkeiten des Praktikers bestimmt.
Prof. Ludwig Volk | am

So sparen Sie Diesel mit dem Traktor

Landwirte tanken zwischen 40 bis 200 Liter Diesel je Hektar/Jahr. Sie brauchen ca. vier Prozent des in Deutschland genutzten Diesels, doch er ist teuer geworden. Zum Tanken, Arbeiten und Fahren haben wir für Sie geldwerte Tipps.

1. Vorausschauend fahren

Der Fahrer hat ca. 20 % Dieselmehrverbrauch im Fuß: Vorausschauend auf der Straße fahren, zügig beschleunigen und bei 40 km/h dahinrollen, mit möglichst niedriger Motordrehzahl spart Diesel. Sie sollten bis 40 km/h die Beschleunigung nutzen, nicht schneller fahren, denn höhere Geschwindigkeit kostet Expresszuschlag für mehr Diesel und mehr Abnutzung bei Reifen- und Bremsen sowie Bremsenprüfung und die jährliche Hauptuntersuchung.

Gute Fahrer wissen, dass Spurvermeidung und Schlupfminderung auf dem Acker, oder der Wiese, dass Verbesserungspotenzial hat für mindestens 20 % weniger Dieselkonsum. Denn Wissen und Können des Fahrers ist mitentscheidend für den Dieselverbrauch. Er hat die Tragfähigkeit und die Bodeneigenschaften zu bewerten und den richtigen Zeitpunkt für die Arbeit zu bestimmen. Diesel wird gespart mit elektrisch betriebenen Radladern im Stall und Hof, kombiniert mit Photovoltaik auf dem Dach. Auch das Elektroauto mit eigener Stromernte auf dem Dach kann eine sinnvolle Investition sein und ersetzt ebenfalls Diesel.

2. Kein Standgas

Schlepper abstellen, statt mit Standgas laufen lassen, spart Diesel: Aus Traktoreinsatzdaten ermittelt, werden ca. 20 % Schlepperstunden (Sh) mit Standgas „vertuckert“ und kosten je Leerlaufstunde 25 €. Bei 10.000 eingekauften Schlepperstunden an durchschnittlichem Leistungsvorrat läuft der Motor ca. 2.000 Sh im Stand. Beim 200 PS-Mietschlepper sind je Schlepperstunde rund 25 € Mietkosten zu bezahlen, dazu kommt der Standgasverbrauch von ca. 5 Litern. Die Dieselkosten beim 200 PS Traktor betragen im Leerlauf ca. 5 €.

Beim eigenem Traktor wird der Leistungsvorrat ohne Arbeit verbraucht, mindestens die Entwertung durch Betriebsstunden sollten Sie ansetzen. Standgas, ohne zu arbeiten, kostet 30 € in jeder Stunde. Abstellen, um mit 10 % Leerlauf die Arbeit zu leisten, rechnet sich.

3. Richtige Reifen wählen

Richtige Reifen verbessern entscheidend den Nutzen des Traktors: Eine möglichst breite Spur macht den Schlepper wendiger, also werden engere Kurvenfahrten mit schmaleren Vorgewenden möglich. Die Weiterentwicklung bei den Reifen in den vergangenen Jahren ist enorm: Hersteller bieten neue Radialreifen mit mehr Tragfähigkeit bei gleichem Reifenfülldruck, oder bei gleicher Last, mehr Grip und flachere Spuren mit niedrigem Reifenfülldruck.

Gekennzeichnet sind die neuen Radialreifen mit den Buchstaben „IF“ und „VF“, die in der Reifenflanke vor der Größen- und Breitenkennzeichnung stehen. (IF= Improved Flection, VF = Very high Flection) „IF“-Reifen können bei gleicher Radlast oftmals mit 20 % niedrigem, bodenschonendem Reifendruck arbeiten. „VF“–Reifen arbeiten mit bis zu 40 % niedrigerem Reifendruck.

Die neuen Reifen stützen die effektive Zugleistung insbesondere mit variablem Reifendruck besser ab. Aber auch bisherige Reifen können gut arbeiten und die unterschiedlichen Preise und die Lieferfähigkeit sind wichtige Kaufgründe.

4. Wartung

Die regelmäßige Motorwartung mit Ölwechsel und der Nutzung eines „Leichtlauföles“ sowie Ölfilter-, Diesel- und Luftfilterwechsel erhält das Leistungsvermögen und den Wirkungsgrad. Dazu gehörten die Kühlerkontrolle und sorgfältige Kühlerreinigung mit Ausblasen. Verschmutzte Kühler kosten bis 5 % mehr Diesel.

Der Traktor sollte im Standgas gestartet, einen Moment bis zum vollen Öldruck abgewartet und dann im Betrieb warm gefahren werden. Erst wenn die Betriebstemperatur erreicht ist, sollte dem Traktor die volle Leistung abverlangt werden.

Übrigens gehört Kontrolle, Reinigung, Abschmieren, Reifendruck einstellen zu den rentablen Arbeiten am Schlepper.

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