Traktor wird betankt
Ellen Hartmann | am

Was tanken Trecker morgen?

Derzeit setzen Traktorenhersteller auf diverse Antriebsalternativen zum fossilen Verbrenner. Allerdings sind die Forschungskosten sehr hoch. Deshalb fordern sie nun bessere Rahmenbedingungen.

Bei einem Webinar mit Wissenschaftlern und Industriellen zum Thema „Traktoren morgen tanken“ sei klar geworden, dass es bei der Entwicklung alternativer Antriebe nicht nur einen Weg gebe, so Dr. Bernhard Widmann. Er ist Leiter des es Technologie- und Förderzentrums (TFZ) im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe.

Klimawandel zwingt zum Handeln

Für die Bodenbearbeitung, davon geht der Experte aus, seien auch in Zukunft eher flüssige Treibstoffe mit hoher Energiedichte sinnvoll. Kleinere Leistungsklassen könnten hingegen auf einen batterieelektrischen Antrieb von Vorteil sein – gerade bei Arbeiten auf dem Hof. Widmann wies auch darauf hin, dass die Steuerbegünstigung für Agrardiesel zur freien Verfügung stehe. Aber auch der Klimawandel dürfe nicht vergessen werden, denn dieser zwinge zum Handeln.

Treibhausgase senken

Für die Auswahl eines bestimmten Antriebssystems sprechen jedoch vor allem Betankungsdauer und Reichweite, weiß TFZ-Abteilungsleiter Erneuerbare Kraftstoffe und Materialien, Dr. Edgar Remmele. "Am Ende sind aber die Investitions- und Betriebskosten das Zünglein an der Waage, wenn Landwirte beim einen oder anderen Antrieb zugreifen." Größere Probleme in der Landwirtschaft seien seiner Meinung nach der Methanausstoß der Tierhaltung sowie die Lachgasemissionen der Düngewirtschaft. Weiter geht Remmele davon aus, dass es in Zukunft verschiedene Antriebssysteme in der Landwirtschaft geben werde.

Was könnte wo eingesetzt werden?

Bei Arbeiten auf Hof und Acker seien, laut Remmele, weiter dieselähnliche Kraftstoffe die Vorreiter. Allerdings könnte Strom eine gute Alternative für Hoflader und Futtermischwagen sein, welche täglich nur ein bis zwei Stunden genutzt würden. Auch hält es der Experte für möglich, dass der Einstieg in die CO2-Bepreisung die Nachfrage für Alternativen zu fossilen Verbrennern beflügeln könnte.

Weiter würden auch die Subventionen für fossile Brennstoffe demnächst höchstwahrscheinlich auslaufen, was sich auch auf die Rückvergütung für Agrardiesel auswirken könne. Zusätzlich gebe es die Investitionsförderung für Biogas- und Pflanzenöltraktoren über die Förderrichtlinie Energieeffizienz und CO2-Einsparung für Landwirtschaft und Gartenbau. Remmele fordert daher eine Zusammenarbeit von Landwirten, Landtechnikindustrie und Politik. 

Was machen die Hersteller?

Unter anderem verfolge Claas diverse Konzepte in der Forschung von der Elektrifizierung bis hin zum Gasantrieb, heißt es vom Unternehmen. "Wir sind für uns aber noch nicht zu einem Schluss gekommen, was der sinnvolle Antrieb der Zukunft ist", so Dr. Eberhard Nacke, Leiter Produktstrategie bei der Claas KGaA mbH. John Deere hingegen setzt auf Pflanzenöl: "Dazu bedarf es einerseits einer langfristigen Perspektive für eine gegenüber fossilen und anderen Treibstoffen gerechte Besteuerung von Pflanzenöl-Kraftstoff in der Land- und Forstwirtschaft", fordert Dr. Axel Kurz, Manager Advanced Energy Management bei der John Deere GmbH & Co. KG.

Mit Material von AgE
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