Hacktechnik
Charlotte Meyer | am

Auf dem Vormarsch: Hacktechnik wird immer präziser

Immer mehr Wirkstoffe gehen im konventionellen Anbau verloren. Deshalb wächst auch dort das Interesse an mechanischen Verfahren zur Unkrautregulierung.

Im ökologischen Landbau ist sie nicht wegzudenken: Die mechanische Unkrautbekämpfung. Durch einen immer größer werdenden Anteil an Biobetrieben und weil sich auch konventionelle Anbauer zunehmend dafür interessieren, hat es auf dem Markt der Hack- und Striegeltechnik zahlreiche Neuentwicklungen gegeben. Der Trend setzt sich weiter fort- immer mehr Hersteller steigen in den Markt ein.

Der Erfolg der mechanischen Beikrautregulierung wird allgemein im hohen Maß von:

  •  der Witterung,
  • der Bodenart,
  • dem Bodenzustand
  • und der Beikrautentwicklung beeinflusst.

Das kann bedeuten, dass die erwartete Flächenleistung und letztlich der Regulierungserfolg trotz moderner, funktionaler Technik immer umgesetzt werden kann.

Manuelle Steuerung der Hacke

Bei der manuellen Steuerung wird die Hacke „auf Sicht“ gefahren, also durch eine Person im Schlepper gesteuert. Hier überwiegen noch Hacken im Front- oder im Zwischenachsanbau. Der Vorteil: Geübte Personen kommen mit ein bis zwei Zentimetern sehr nah an die Pflanzenreihe heran. Diese Genauigkeit kann derzeit von den automatischen Lenksystemen noch nicht sicher erreicht werden. Andererseits ermüdet eine Steuerperson schnell und da nicht sehr schnell gefahren werden kann, ist auch die Flächenleistung relativ gering.

Hacktechnik mit Kamerasteuerung

Zahlreiche Hersteller haben auch kameragesteuerte Scharhacken im Programm. Eine auf dem Hackrahmen montierte und verstellbare Kamera erkennt eine oder mehrere Pflanzenreihen. Dabei verarbeitet ein Rechner die Kamerasignale und gibt sie an die hydraulische Linear- oder Parallelverschiebung des Verschieberahmens weiter, an dem die Scharhacke angebaut ist. Derzeit erkennen die Kamerasysteme die Kulturpflanzenreihen ab einem Pflanzendurchmesser von etwa vier Zentimetern relativ sicher. Aber auch das wird von vielen Faktoren beeinflusst.  

Kombinationen mit RTK Verschieberahmen

Verschiedene Hersteller bieten Verschieberahmen oder Gerätelenkungen über Lenkscheiben/Steuerscheiben an, die mit unterschiedlichen Anbaugeräten gekoppelt werden können. Was alle Anbieter dabei gemein haben ist die Spurführung: Sie vollzieht sich bei allen Anbietern über RTK (Real Time Kinematic).

Mit diesen Lenksystemen lassen sich flexibel verschiedene Scharhacken oder auch andere Geräte wie Dammfräse oder Einzelkornsägeräte verwenden und sehr genau steuern. Dabei werden sowohl das Arbeitsgerät als auch der Schlepper jeweils mit einem eigenen RTK-Empfänger ausgestattet. Anschließend erfolgen sowohl die Aussaat als auch die sich anschließende Pflege mit diesem System verrichtet. Die RTK-Gerätelenkungen bieten den Vorteil, bereits im Vorauflauf blind oder im Keimblattstadium zu hacken.

Steuerung von Scharhacken ohne Kamera

Bei der Steuerung von Scharhacken werden auch Systeme ohne Kameratechnik angeboten. Dabei legen – je nach Anbieter – Spurscheiben oder mehrere Leitzinken entweder bereits bei der Aussaat oder mit dem ersten Hackgang eine oder mehrere Führungsrillen an. In den darauffolgenden Hackgängen soll sich die Scharhacke dann selbst in den vorgezogenen „Rillen oder Spuren“ mit Hilfe von Leitscharen oder Lenkungsrädern führen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Steuerung des Verschieberahmens über Ultraschall-Sensoren. Diese orientieren sich unabhängig vom Tageslicht entweder an einer Pflanzenreihe, einem Damm oder an einer Bodenbearbeitungslinie.

Weitere technische Innovationen im Bereich der Hack- und Striegeltechnik lesen Sie in der LAND & FORST Ausgabe 17/2020 und in unserem Digitalmagazin.

Mit Material von Markus Mücke und Christian Kreikenbohm, LWK Niedersachsen, FB Ökologischer Landbau

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Ferien auf den Ponyhöfen
  • Agrarpolitik: Sommerreise der Ministerin - Vorstellung der Ackerbaustrategie
  • Tierhaltung: Optimierung der Kuhfruchtbarkeit
  • Technik: Richtig belüften im Kartoffellager
  • Pflanzenbau: Tipps zur N-Düngung im Herbst
  • Leben auf dem Land: Meteoriten im Oldenburger Land
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