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Christel Grommel | am

Wegen der Frauenquote: Chef der Deutz AG muss gehen

Der Chef des Kölner Motorenbauers Deutz muss seinen Posten räumen. Grund sind Differenzen über mehr Frauen in den Vorständen.

Vier Männer, keine Frau - das war bisher der Vorstand der Deutz AG. Das muss sich bei Nachbesetzungen ändern, man konnte sich aber über das Wie nicht einig werden. Die Folge: Der Chef muss gehen. Der Vorstandsvorsitzende Frank Hiller ist vom Aufsichtsrat einstimmig aus dem Vorstand abberufen worden, teilte die Deutz AG mit. Hiller scheide mit sofortiger Wirkung aus. Seinen Posten übernehme der bisherige Finanzvorstand und Arbeitsdirektor Sebastian Schulte. Die Vakanz im Vorstand soll im Sinne des Zweiten Führungspositionen-Gesetzes mit einer Frau gefüllt werden.

Auch Chef des Aufsichtsrats muss gehen

Nun sucht der Aufsichtsrat nach weiblicher Verstärkung im Vorstand - konkret handelt es sich um den CFO-Posten. Ein entsprechender Prozess sei dazu bereits aufgesetzt, so das Unternehmen. Das Führungsgremium, das aktuell mit dem Ausscheiden Hillers aus drei Personen besteht und damit gar keine Frau mehr einstellen müsste, wird dann wieder auf vier Personen anwachsen. 

Hiller und Aufsichtsratchef Bernd Bohr hatten sich seit Wochen einen Kampf um die Umsetzung der Frauenquote bei Deutz geliefert. Auch Bohr muss in Folge des Streits zurücktreten, sein Amt übernimmt Dietmar Voggenreiter.  

Vorgänge seien der „Super-GAU“

Seit August 2021 müssen börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten und mehr als drei Vorständen müssen bei Nachbesetzungen in der Top-Management-Etage sicherstellen, dass mindestens eine Frau im Vorstand vertreten ist. Über die Umsetzung dieser Vorgabe habe es bei Deutz Diskussionen gegeben. Am Ende habe der Aufsichtsrat die Entscheidung über das Ausscheiden Hilles getroffen.

Spätestens Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 hätte das Thema Vertragsverlängerung bei zwei der bisher vier Vorstände angestanden, so ein Unternehmenssprecher. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bezeichnete die Vorgänge bei Deutz als „Super-Gau“. So etwas dürfe schlichtweg nicht passieren. Hier müsse der Aufsichtsrat frühzeitig die Weichen stellen und Entscheidungen treffen.

Mit Material von dpa

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