Anhänger 40 kmh
Martin Vaupel | am

Zugelassene Anhänger - das müssen Sie beachten

Was sind die rechtlichen Vorgaben für zugelassene Anhänger und Anhängerkombinationen? Lesen Sie hier, was zu beachten ist.

Da die meisten Schlepper mittlerweile eine Zulassung von 40 km/h haben, ist es absolut empfehlenswert auch die Anhänger auf 40 km/h zuzulassen. Denn mal ehrlich: Wer fährt tatsächlich 25 km/h? Die Anhänger bekommen in lof Betrieben und Lohnunternehmen üblicherweise ein eigenes amtliches grünes Kennzeichen und müssen eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung haben. Bis zu der bbH von 40 km/h müssen die Anhänger unabhängig von der zulässigen Gesamtmasse alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung.

Wann müssen Anhänger zum TÜV?

Liegt das zulässige Gesamtgewicht über 12 t und die Zulassung über 40 km/h, dann müssen diese Anhänger jährlich zur Hauptuntersuchung und jedes halbe Jahr zur Sicherheitsprüfung. Alle lof Anhänger bis 100 km/h bbH müssen an der Rückseite mit entsprechenden Geschwindigkeitsschildern gekennzeichnet sein. Wird das Schild zum Beispiel durch Ladung verdeckt, ist es an der rechten Längsseite zu wiederholen.

Neben den typischen lof Transportanhängern gehören auch Güllewagen, Stalldung-streuer, Lade- und Holzrückewagen zu der Kategorie der Anhänger. Nicht zu den Anhängern gehören angehängte Arbeitsgeräte wie die gezogene Pflanzenschutzspritze oder die Strohpresse.

Was gilt bei Anhängerkombinationen?

Zur Erhöhung der Transportkapazitäten können zwei Anhänger hinter einer Zugmaschine gefahren werden. Voraussetzung dafür ist ein entsprechendes bauartgenehmigtes Zugmaul am ersten Anhänger. Auflaufbremsen sind nur bei Anhängern bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 8 t und bis zu einer bbH von 25 km/h erlaubt. Wirkt jedoch die Auflaufbremse auf alle Wagenräder, darf der Anhänger eine bbH von 40 km/h haben.

Werden zwei auflaufgebremste Anhänger hinter einem Schlepper mitgeführt, darf der Zug mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h gefahren werden. Dabei müssen beide Anhänger mit 25er-Schildern gekennzeichnet sein.

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Kombi Luftdruckbremse und Auflaufbremse

Auch die Kombi aus einem Anhänger mit Luftdruckbremse und einem Wagen mit Auflaufbremse ist möglich. Der luftdruckgebremste Wagen wird dabei in der Regel als erster Anhänger hinter dem Schlepper gefahren. Die Geschwindigkeit von Anhängerkombinationen richtet sich immer nach dem langsamsten Fahrzeug im Zug.

Wird beispielsweise ein Zug aus einem Schlepper mit einer bbH von 50 km/h, einen zugelassenen Anhänger mit 40 km/h und einem zulassungsfreien Anhänger mit 25 km/h gefahren, so darf die Betriebsgeschwindigkeit von 25 km/h nicht überschritten werden.

Bau- und Betriebsvorschriften

Diese sogenannten Bau- und Betriebsvorschriften sind einzuhalten (auch bei zulassungsfreien Anhängern):

  • Beleuchtung und Kenntlichmachung: Rücklichter, Bremslicht und Blinker sollten immer wieder überprüft werden. Am Anhänger müssen auch zwei rote, dreieckige Rückstrahler vorhanden sein. Für Wagen, die ab Januar 1981 im früheren Bundesgebiet und ab dem Januar 1991 in den neuen Ländern in den Verkehr gekommen sind, ist auch eine seitliche Kenntlichmachung vorgeschrieben.

Es handelt sich dabei um gelbe, nicht dreieckige Rückstrahler, die ab 6 m Fahrzeuglänge im Abstand von 3 m seitlich am Fahrzeug angebracht sein müssen. Dabei darf der letzte seitliche Rückstrahler nicht mehr als 1 m vom hinteren Anhängerende entfernt sein. Anhänger, die mit Breitreifen ausgerüstet und dadurch breiter als 2,75 m sind, müssen nach vorn und nach hinten mit Warntafeln ausgestattet sein.

Bremsen und Bereifung

  • Bremse: Dass am Anhänger eine intakte Bremse vorhanden sein muss, ist selbstverständlich. 25er-Anhänger sind oftmals mit Auflaufbremsen ausgerüstet. Egal, ob leer oder beladen, die Auflaufbremse muss auf der Straße geöffnet sein. Bei Zweiachsanhängern ab 750 kg zulässiges Gesamtgewicht ist ein Unterlegkeil am Anhänger mitzuführen. Drei- und mehrachsige Fahrzeuge und Starrdeichselanhänger ab 750 kg zulässiges Gesamtgewicht, müssen mit zwei Unterlegkeilen ausgestattet sein.
  • Bereifung: Eine Überprüfung der Reifen vor dem Einsatz ist unbedingt anzuraten. Die Reifen sollten keine größeren Risse oder Beschädigungen aufweisen. Der Luftdruck ist zu kontrollieren und die Profiltiefe muss mindestens 1,6 mm betragen.
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