Milchkühe auf der Weide stellen besondere Ansprüche an die Fütterung.
Meinung | Jan-Gerd Ahlers | am

Milchpreise: Die Molkereien müssen liefern

Beim Milchpreisvergleich für das vergangene Jahr kommen die besten Auszahler unter den Molkereien mal wieder aus Süddeutschland, kleine Strukturen hin oder her.

Dass wir es im Milchland Niedersachsen nicht schaffen, über dem bundesweiten Durchschnitt auszuzahlen, ist ein Trauerspiel.

Deutschlands größte Molkerei DMK (Deutsches Milchkontor) hat sich in der Pandemie wacker geschlagen. Trotzdem bleibt noch reichlich Luft nach oben.

Das jährlich erneuerte Versprechen, dauerhaft einen Milchpreis über dem Bundesschnitt auszahlen zu wollen, konnte in den vergangenen Jahrzehnten nur selten eingehalten werden.

Wenig Alternativen

Und weil DMK in Sachen Milchpreis nicht geliefert hat, liefern auch immer weniger Milchbauern ihren Rohstoff zur DMK. Vielfach fehlen jedoch für die Erzeuger Vermarktungsalternativen, weil keine anderen Tankwagen mehr durchs Dorf oder sogar die ganze Region fahren.

Auch die große Privatmolkerei Rücker mit 360 Lieferanten aus Ostfriesland und einem weiteren Standort in Wismar ist in den vergangenen Jahren nicht durch gute Auszahlungspreise aufgefallen. Wegen der Staffelpreise trifft es hier vor allem die kleinen Lieferanten.

Leuchtturmmolkerei

Niedersachsens Leuchtturmmolkerei steht im Ammerland und hat einen grün-weißen Leuchtturm im Logo. Das Hauptprodukt Käse sorgt für eine gute Verwertung, Weide- und Biomilch sind längst aus der Nische raus.

Biomilch mit Nachfrageschub

Biomilch erlebte 2020 einen Nachfrageschub. Hoffen wir auf Nachhaltigkeit. Auch die Biobauern (Einsteiger müssen erst einmal eine Molkerei finden) leiden unter Strukturproblemen mit schwacher Profitabilität.

Experten versprechen uns jedes Jahr aufs Neue, dass die Milchproduktion aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage gute Zukunftsaussichten hat. Hoffentlich erleben möglichst viele Betriebe das noch, denn Vollkostendeckung ist eher nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

Höhere Milchpreise, aber....

Der Kostendruck hält an und die Lage bleibt angespannt: 2017 das nasse Jahr, 2018 und 2019 die lange Trockenheit mit wenig Grundfutter, 2020 und 2021 Corona. Das Fremdkapital wächst auf vielen Betrieben, die Liquidität leidet. Da könnten die gerade steigenden Milchpreise für Entspannung sorgen.

Aber: Enorm gestiegene Ausgaben für Betriebsmittel sind aufzufangen. Hinzu kommen die immensen Kosten für Umweltauflagen; ich denke da nur mal an den Bau von Güllelagerraum und Siloplatten.

Es gibt noch viel zu tun

Die Milchbranche steht vor vielfältigen Herausforderungen. Dazu gehören schwankende Märkte, intensiver Wettbewerb und ein übermächtiger Handel. Und dann sind da noch stetig steigende gesellschaftliche Ansprüche wie Tier- und Klimaschutz.

Auch die Branchenkommunikation Milch kann jetzt langsam liefern. Es gibt viel zu tun, um die gesellschaftliche Zustimmung zu Milchproduktion und -produkten in Deutschland zu erhalten und zu stärken.

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