Mähdrescher bei der Getreideernte

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Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Moderne Landtechnik nutzen: Die Netzabdeckung fehlt

Die Technik, vor allem in der Agrarbranche, hat sich rasant entwickelt. Teils fehlen aber noch die Voraussetzungen, um sie auch nutzen zu können.

Moin liebe Leserinnen und Leser, gibt es ein schöneres Motorengeräusch als das laute Bellen eines Lanz Bulldogs? Mir fällt da nicht viel ein. Am vergangenen Wochenende durften wir das Geräusch endlich mal wieder live hören. Auf einem Oldtimer-Treffen in Nortrup im Landkreis Osnabrück waren neben Autos, Motorrädern, Lastwagen und Drehorgeln vor allem unzählige alte landwirtschaftliche Maschinen am Start: Vom Mähdrescher Claas Columbus über Güldner, Fendt, Deutz, Hanomag, Eicher und Unimog bis hin zu MB Trac war alles vertreten, was Rang und Namen hat.

500 Fahrzeuge, die tuckerten, wummerten, knatterten, brummten, manchmal beim Anwerfen stotterten und häufig ordentlich qualmten und rauchten. Zurecht sagte mir ein älterer Herr, wie beeindruckt er von der Entwicklung der Technik und vor allem der Landtechnik sei.

Arbeitsplätze in der Landwirtschaft werden komfortabler

Wir standen vor einem alten Mähdrescher (natürlich ohne Kabine). An die erinnere ich mich noch gut aus meinen Kindertagen. Manchmal durften wir mitfahren. Danach waren wir pottdreckig. Die Augen und der ganze Körper juckten von Staub, Spelzen und Stroh. Ganz zu schweigen von dem eingeatmeten Dreck, den man noch Tage später rausschniefte. Für die Drescherfahrer ging das wochenlang so - die Staublunge ließ grüßen. Der Komfort auf den modernen Maschinen hat sich deutlich erhöht: klimatisierte Fahrerkabinen und luftgefederte Sitze machen Traktoren, Häcksler und Drescher zu deutlich angenehmeren und sichereren Arbeitsplätzen als noch vor 30 Jahren.

Agrarbranche entwickelt immer neue Innovationen

Nicht nur Arbeitskomfort und -sicherheit haben deutliche Sprünge nach vorne gemacht, auch die Energieeffizienz, die Arbeitsgenauigkeit und der Ausstoß von Abgasen wurden optimiert. Ich rufe noch einmal den Bulldog in Erinnerung: Was diese an Feinstaub und klimaschädlichen Abgasen aushustet, lässt wohl jeden Klimaschützer verzweifeln.

Umso mehr sollten wir uns nicht nur an den alten Maschinen erfreuen, sondern auch an der Innovationskraft und Kreativität der Agrarbranche: Jedes Jahr werden neue Techniken, Methoden und Ideen entwickelt, die nicht nur die Arbeit effizienter machen, sondern auch die Umwelt schonen. Die Branche ist rasant schnell darin, den Wert von Innovationen zu erkennen und umzusetzen – sei es GPS, das Smartphone und seine Anwendungen oder der Einsatz von leise summenden Drohnen zum Beispiel zur Kitzrettung.

Veganes_Hack

Voraussetzungen für Fortschritt schaffen

Die Digitalisierung treibt die Innovationen weiter voran. Allerdings können die Landwirtinnen und Landwirte diese häufig nicht vollständig ausnutzen. Aufgrund der fehlenden Netzabdeckungen hierzulande bleibt die Branche hinter ihren Möglichkeiten zurück – ob beim Einsatz von wassersparender, energieeffizienter Beregnungstechnik oder bei Feldrobotern, die den Boden schonen. Wir benötigen eine deutlich bessere Netzabdeckung in allen Regionen Deutschlands – und zwar für alle Netzbetreiber. Das ist ein wichtiger Beitrag, damit umweltschonende und effiziente Technik, die bereits vorhanden ist, auf den Betrieben und Flächen eingesetzt werden kann.

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